Skip to main content
Bewerbungen auf Spanisch

Bewerbungen auf Spanisch

Die besten Tipps für Bewerbungen auf Spanisch

 

Gute Verdienstmöglichkeiten, ein sicherer Arbeitsplatz und langfristige Planbarkeit sind sicher nicht die Gründe, aus denen sich ein Deutscher für einen Job in Spanien oder Südamerika entscheidet. Es sind vielmehr die Mentalität, das Lebensgefühl und auch das Klima, die dazu verleiten, einen Job im spanischsprachigen Raum zu suchen. Der Weg dahin kann jedoch kniffliger sein, als gedacht.

Grundsätzliches zur Bewerbung auf Spanisch

Wer sich auf die Jobsuche im spanischsprachigen Raum begibt, sollte vor allem eines mitbringen: ausgezeichnete Spanisch-Kenntnisse. Bröckeliges Schul-Spanisch oder ein paar auswendig gelernte Phrasen bringen dich höchstens in der Tourismus- und Gastronomiebranche sowie großen deutschen Unternehmen, die sich in Spanien oder Südamerika niedergelassen haben, weiter. Nicht nur in der Bewerbung, sondern auch beim Vorstellungsgespräch werden hervorragende Spanischkenntnisse erwartet. Wer sich nicht ausdrücken kann, hat kaum Chancen auf einen Job.

Wer eine Arbeitsstelle in Spanien oder Südamerika sucht, wird in der Regel schnell im Internet fündig. Die Suche im World Wide Web ist schnell, kostenlos und unkompliziert. Das einzige Problem: Auch zahllose andere Bewerber werden auf die Stellenausschreibung stoßen und sich bei dem Unternehmen vorstellen. Dadurch sinken deine Chancen, den Job zu bekommen, leider ein wenig.

Effektiver ist es, wenn man bereits ein ausgeprägtes (berufliches und privates) Netzwerk vor Ort hat und sich auf die Infos von Freunden und Bekannten verlassen kann. Was hierzulande als „Vitamin B“ bezeichnet wird, ist auch dort überaus wichtig und hilfreich. Vor allem in Südamerika läuft vieles über die Vernetzung mit anderen. Anders als in Deutschland wird hier weniger zwischen Beruflichem und Privatem unterschieden und so ist es absolut nicht unhöflich, wenn schon nach kurzer Zeit über Jobsuche und andere Karrierethemen gesprochen wird. Wenn du also vorhast, dich beruflich im spanischsprachigen Ausland zu orientieren, solltest du  das Land mindestens einmal bereist haben oder im besten Fall bereits dort leben – zum einen, um Sprachpraxis zu sammeln und zum anderen, um Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen.

Wenn du schließlich – ob nun über das Internet oder durch persönliche Kontakte – ein interessantes Stellenangebot gefunden hast, gilt es, eine Bewerbung zu schreiben, die den spanischen Anforderungen entsprechen. Generell gilt: Eine spanischsprachige Bewerbung besteht aus lediglich zwei Dokumenten:

  • Anschreiben (auf Spanisch: Carta de presentación, Carta de Candidatura oder Carta de Solicitud)
  • Lebenslauf (auf Spanisch: Curriculum Vitae oder Hoja de vida)

Anlagen wie Abschluss- und Arbeitszeugnisse gehören, wenn sie nicht ausdrücklich gefordert werden, nicht zu einer Standard-Bewerbung. Wenn sich dein potenzieller Arbeitgeber für Referenzen und Bewertungen interessiert, wird er sich mit dir in Verbindung setzen. Mache dann jedoch nicht den Fehler, ihm deutsche Zeugnisse und Bewertungen zu schicken, sondern lasse notariell beglaubigte Übersetzungen anfertigen. Das signalisiert Gewissenhaftigkeit und Einsatzbereitschaft. Außerdem ist es schlicht und ergreifend höflich.

Der Lebenslauf auf Spanisch

Der spanischsprachige Lebenslauf ist dem deutschen Lebenslauf sehr ähnlich. Ihm sollte besondere Beachtung beigemessen werden, da er das wichtigste Element der Bewerbung ist. Anstrebenswert: Ein einziger Blick auf den Lebenslauf soll den Personalmanager bereits von dir überzeugen.

Nach den persönlichen Angaben, zu denen auch Geburtstag und -ort, die Ausweisnummer und der Familienstand gehören, folgt eine Zusammenfassung des schulischen und beruflichen Werdegangs in chronologischer Reihenfolge. Anschließend erwartet der Arbeitgeber Angaben über Sprach- und EDV-Kenntnisse sowie eine Einstufung der jeweiligen Qualifikationen. Auf die im deutschsprachigen Raum immer erwähnten (berufsrelevanten) Hobbys kann im Spanischen verzichtet werden. Unverzichtbar ist hingegen ein ordentliches Bewerbungsfoto, das gern den deutschen Richtlinien entsprechen darf.

Alle Angaben sollten wenn möglich auf einer A4-Seite Platz finden. Mehrseitige Lebensläufe bedeuten nicht zwangsläufig mehr Berufserfahrungen und werden deswegen nicht gern gesehen.

Das Anschreiben auf Spanisch

Ein ordentliches Anschreiben beginnt mit der richtigen Anrede. Wie auch in Deutschland solltest du stets darum bemüht sein, deinen Ansprechpartner zu kennen, um ihn oder sie direkt im Anschreiben zu begrüßen. Die entsprechende Begrüßungsformel lautet in diesem Fall „Estimado Sr. XY“ beziehungsweise „Estimada Sra. XY“. Ist die Ansprechperson unbekannt, verwendet man das spanische Pendant zur deutschen Formel „Sehr geehrte Damen und Herren“ – „Estimados señores y señoras“.

Danach gilt es, seine Stärken, Fähigkeiten und Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle in möglichst kurzer Form auszuformulieren. Selbstverständlich ist korrektes Spanisch dabei genauso wichtig wie die enge Bezugnahme auf die Stellenausschreibung und Verweise auf bisherige berufliche Erfolge.

Das Ende des Anschreibens bilden eine höfliche Grußformel und eine Unterschrift. Wie der Lebenslauf sollte auch das Anschreiben den Umfang einer A4-Seite nicht überschreiten. Halte dich deswegen unbedingt kurz und konzentriere dich auf die wesentlichsten Informationen und Aussagen.

Nach der Bewerbung ist vor dem Bewerbungsgespräch

Jobsuchende, die nach der Bewerbung zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, müssen darauf in der Regel nicht so lang warten, wie in Deutschland. Normalerweise erfolgt die Einladung zum Bewerbungsgespräch telefonisch oder per Mail.

>> 10 Dinge, die du im Bewerbungsgespräch nicht sagen solltest!

Wie hierzulande auch wird beim Job-Interview großer Wert auf ein gepflegtes Äußeres und die Fähigkeit zum Small Talk gelegt. Hier wird wieder deutlich: Gute Spanisch-Kenntnisse sind schon die „halbe Miete“. Entgegen aller Klischees über „Südländer“ ist auch Pünktlichkeit ein wichtiges Kriterium, das über Einstellung oder Absage entscheiden kann.

Hast du das Bewerbungsgespräch beendet, erfolgt ebenfalls zeitnah die Benachrichtigung in Form einer Zu- oder Absage. Sehr oft wirst du jedoch auch zu einem weiteren Gespräch oder einem Eignungstest eingeladen.

Wenn du dich an diese Tipps hältst und nach der Schule einen Aufenthalt im spanischsprachigen Ausland einplanst, um deine Sprach-Skills zu trainieren, sollte dem Traumjob im warmen Süden nichts mehr im Wege stehen. Bedenke aber auch, dass deutsche Berufsausbildungen beziehungsweise Studienangebote einen hohen Stellenwert im Ausland haben. Es lohnt sich also, dir zunächst das nötige Wissen im Inland anzueignen, ehe du in Spanien oder Südamerika durchstartest.

Dir hat dieser Beitrag gefallen, dann teile ihn mit Deinen Freunden!