Das Bewerbungsanschreiben

Das Anschreiben: Was alles ins Bewerbungsschreiben gehört.

Das Herzstück deiner Bewerbung ist das frei formulierte Bewerbungsanschreiben an deinen potentiellen Ausbildungsbetrieb. Mit diesem Anschreiben hast du die Chance, den Personalentscheider auf dich neugierig zu machen und dich zu einem Vorstellungsgespräch einladen zu wollen. Doch wie erreicht man so etwas?

Formalien

Dein Anschreiben sollte gewissen Formalien gerecht werden. D.h. verwende dafür auf deinem Computer einen gängigen Schrifttyp wie Arial, Times, Verdana oder Georgia in der Größe von 11- oder 12-Punkt-Schrift und einem Zeilenabstand von 1- oder 1,5 zeilig.

Achte darauf, dass dein Anschreiben nicht mehr als eine DIN A4-Seite lang ist.

Dein Anschreiben enthält ganz oben deine Adresse mit Vor- und Nachname, Straße, Hausnummer, PLZ und Wohnort sowie auch deine Telefonnummer und E-Mail-Adresse, damit du bei Rückfragen kurzfristig erreichbar bist.

Die Firmenadresse ist korrekt, d.h. vollständig, so wie du sie der Ausschreibung entnehmen kannst, anzugeben.

Mit etwas Abstand unter der Firmenadresse wird rechtsbündig Ort und Datum angegeben.

Nach dieser Datumszeile darf nicht die Betreffzeile vergessen werden. Sie wird fett gedruckt und nimmt konkreten Bezug auf die Stellenanzeige „Bewerbung als  …“, in der direkten Zeile darunter „Ihre Stellenanzeige vom … in …“.

Wichtig ist auch, dass dein Anschreiben fehlerfrei ist. Es zeugt dann davon, dass du gewissenhaft und nicht oberflächig bist – eine Eigenschaft, die in jedem Beruf  wichtig ist. Lass dein Anschreiben also am besten von zwei rechtschreibsicheren Bekannten prüfen.

Ausnahme: E-Mail-Bewerbung

Deine Bewerbung per E-Mail beginnst du mit der Anrede, d.h. hier brauchst du kein Adressfeld und Datum. Statt deines Briefkopfes setzt du unter dein Anschreiben deine Signatur, die ebenfalls deine postalische Anschrift sowie deine Telefonnummer und E-Mail-Adresse enthalten sollte. Die Betreffzeile setzt du direkt in den E-Mail-Kopf, sodass sie dann im Anschreiben selbst wie auch das Datum nicht noch einmal auftauchen muss.

Inhalt des Anschreibens

Das Formulieren des Anschreibens ist gar nicht so schwer, wenn du dich in einen Personalentscheider hineindenkst. Er muss zum Teil aus einer Flut von Bewerbungen eine erste Vorauswahl treffen. Dabei ist ausschlaggebend, wie leidenschaftlich und aussagekräftig deine Bewerbung bei ihm ankommt. Dein Funke- dein Wille und deine Überzeugung, dass du bei diesem Betrieb genau die/der Richtige bist – muss schon beim Lesen deines Anschreibens überspringen. Aus deinem Anschreiben muss auch deutlich hervorgehen, dass du die  ausgeschriebene Stelle mit seinem Anforderungsprofil gelesen und auch verstanden hast.

Meide typische Floskelsätze

…wie „ich bin teamfähig, motiviert etc.“. Sie sind nicht aussagekräftig und langweilen den Leser. Woran soll er erkennen, dass du das auch wirklich bist? Solche Bewerbungsschreiben landen sehr schnell auf dem Ablehnungsstapel. Versetze dich einfach mal in die Lage eines Personalers, der täglich dutzende Bewerbungen auf seinem Schreibtisch sichten „darf“ – wie negativ lesen sich Platzhalter & Phrasen, die man bereits in der Bewerbung davor gelesen hat? Oder anders ausgedrückt: wie positiv ragt deine Bewerbung förmlich heraus, wenn der Personalverantwortliche etwas zu lesen bekommt, was wirklich neu & somit individuell ist, und somit seine Aufmerksamkeit besonders stark auf dein Anschreiben zieht? Kleiner Tipp, um Wiederholungen, Floskeln & Pauschalphrasen zu vermeiden: das Portal „Woxikon“ bietet auf http://synonyme.woxikon.de/ eine nützliche Suche bzw. Hilfestellung, um wortgewandt einen positiven Eindruck bei dem potentiell zukünftigen Arbeitgeber zu hinterlassen!

Nutze Aufzählungen

Mit einfachen Aufzählungspunkten kannst du dein Anschreiben klar gliedern, optisch aufwerten und die Infos damit auf den Punkt bringen. Wir zeigen, wie’s geht:

>> Aufzählungen in der Bewerbung

Sehr interessant wirst du…

dagegen für den Leser, wenn du Eigenschaften, die in der Ausschreibung des Ausbildungsplatzes von dem Bewerber erwartet oder gewünscht werden, mit Inhalt füllst, z.B.: Ich bin seit zwei Jahren als ausgebildeter Streitschlichter in unserer Schlichtergruppe an meiner Schule aktiv. Das macht mir viel Spaß, weil es für unser Schlichterteam immer wieder eine neue Herausforderung gibt (Aussage zu deinen sozialen Kompetenzen, Teambereitschaft  und deiner persönlichen Einsatzbereitschaft und Engagement). Willst du dich z.B. für einen Ausbildungsplatz im Holzbereich bewerben und hast im Lebenslauf als Hobby „Werken“ angegeben, dann hast du hier im Anschreiben die große Gelegenheit, deine Freude daran glaubwürdig dazustellen – z.B. In meiner Freizeit bin ich gern im Werkzeugkeller meines Vaters. Dort stelle ich Buchstützen und andere Geschenke aus Holz und anderen Materialien her.

Achtung: Schreibe nur, was auch wirklich stimmt! Gerade persönliche Angaben machen einen Personaler neugierig auf dich und genau das willst du ja erreichen. D.h. aber auch, dass du bei einem Vorstellungsgespräch damit rechnen kannst, dass du gerade dazu auch befragt wirst. Sollten deine Angaben dann nicht stimmen, fliegt das dann sehr schnell auf und deine Anstellungschance in deinem Wunschbetrieb ist vertan.

Hast du das ungute Gefühl, dass ein Personaler z.B. bei deinem Zeugnis deine Leistungsfähigkeit und dein Engagement bezweifeln könnte? Dann ist es umso wichtiger,  wenn du ihm die Bereitschaft zu einem freiwilligen Praktikum signalisierst. Z.B. „Gerne überzeuge ich Sie auch durch Probearbeit oder einem freiwilligem Praktikum von mir“.

Danach kommt die Bitte um ein Vorstellungsgespräch. Hier kannst du selbstbewusst mit „Ich“ beginnen, bspw. „Ich freue mich auf ein Gespräch mit Ihnen, bei dem wir uns kennen lernen“.

Den Abschluss bildet die Grußformel mit deiner Unterschrift.

Letzte Überprüfung

Abschließend versetze dich noch einmal in die Rolle des Personalverantwortlichen deines Wunschbetriebes.

  • Kann das Anschreiben dich davon überzeugen, dass du für diesen Betrieb als Auszubildender und für genau diesen Beruf interessant sein könntest?
  • Machen die Angaben einen authentischen, ehrlichen und engagierten Eindruck?
  • Ist das Anschreiben fehlerfrei und von Layout, Schreibweise und Inhalt formal korrekt?

Wenn du das meinst, das Anschreiben erfüllt alle Kriterien, lass‘ es unbedingt noch einmal von einer Zweit- eventuell auch Drittperson gegenlesen.