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Probleme mit Lehrern und Schülern: Wir geben Tipps zum fairen Umgang miteinander.

Probleme mit Lehrern/Mitschülern

Hier kommen die Lösungen!

Aus eigner Erfahrung weißt du, wie wichtig es ist, mit deinen Mitschülern und Lehrern gut reden zu können. Das Problem aber ist, dass aus einem anfänglich coolen Gespräch schnell ein Streitgespräch werden kann, wenn es dir beispielsweise nicht gelingt, auf dein Gegenüber einzugehen. Noch schlimmer wird es, wenn du aus Frustration mit Vorwürfen und Beleidigungen nur so um dich wirfst oder deinen Mitschülern und Lehrern nicht zuhörst. Um es vorwegzunehmen: Es ist noch kein Problem, wenn du Meinungen vertrittst, die deine Mitschüler und Lehrer nicht mit dir teilen. Doch manchmal ist es wie verhext. Wie du dich auch ausdrückst, du stehst  allein mit deiner Meinung da. Deine Klasse und deine Lehrer wenden sich von dir ab, weil du mit deinen Worten nicht zu ihnen durchkommst. Du hast jetzt ein richtiges Gesprächsproblem, das du für den Anfang erkennen musst, um Schlimmeres zu verhindern.

Was bei Problemen zu tun ist

Wir geben dir hier Tipps, wie du Probleme mit Lehrern und Schülern am einfachsten lösen kannst:

  1. Sich selbst Fragen stellen und beantworten
  2. Erster Lösungsansatz
  3. Zweiter Lösungsansatz
  4. Dritter Lösungsansatz
  5. Fazit

Beantworte dir folgende Fragen:

  1. Was ist das Gesprächsproblem?
  2. Was hast du zum Problem beigetragen?
  3. Was hast du für Möglichkeiten, das Problem zu lösen?
  4. Welche Lösungen sind realisierbar?
  5. Wie fühlen sich deine Mitschüler und Lehrer mit der Lösung?
  6. Wie gut funktioniert die Lösung in der Schule?

Vielleicht denkst du auch, dass deine Mitschüler und deine Lehrer nicht daran interessiert sind, eine einvernehmliche Lösung mit dir zusammen zu finden. Vielmehr sind sie deiner Ansicht nach darauf aus, deine Argumenten zu entkräften, um dich als unvernünftig und merkwürdig hinzustellen.

Wenn du so denkst, hättest du nur zwei Lösungsmöglichkeiten:

  1. Du könntest kleinbeigeben, obwohl du von der Richtigkeit deiner Meinung  überzeugt bist.
  2. Oder du könntest dich auf das Streitgespräch einlassen und die Beherrschung verlieren, weil du allein dastehst und dich von allen Seiten angegriffen fühlst.

Im ersten Fall würde der faule Kompromiss des Nachgebens an dir nagen. Im zweiten Fall würde deine Überreaktion weitere Probleme mit Mitschülern und Lehrern heraufbeschwören und zu einem Gesprächsabbruch führen. Was dann folgt, könnte schlimmstenfalls in Mobbing enden.

Doch soweit muss es nicht kommen!

Du hast die Chance, anders an das Problem und die Problembeteiligten heranzugehen. Für den Anfang müsstest du deine Sichtweise ändern. Ein Problem kann eine Herausforderung sein, Schwierigkeiten zu überwinden und Lösungen auszuprobieren. Und noch etwas: Zu einem Problem gehören mindestens zehn Lösungen! Wenn du zum Beispiel einfache Gesprächsregeln befolgst, sorgst du beim Streitgespräch für die Akzeptanz deiner Mitschüler und Lehrer und erreichst eine Bereitschaft zur Verständigung. Du fragst dich, wie das gehen soll? Hier kommen die ersten Lösungen:  

Mögliche Lösungen

1. Lösungsansatz- Gesprächsregeln befolgen

  1. Wenn du von dir sprichst, benutze niemals das unpersönliche Wort „man“. Rede stattdessen von dir in der ersten Person.
  2. Unterbreche deine Mitschüler und Lehrer nicht. Höre ihnen bis zum Ende zu und verstehe, was sie dir sagen wollen.
  3. Frage nach, wenn dir etwas unklar geblieben ist. Nur mit einem aktiven Nachfragen kannst du Missverständnisse aus dem Weg räumen und wirst dir über die Gefühle deiner Mitschüler und Lehrer klar.
  4. Wenn du Kritik äußern musst, dann nehme vorweg, was dir bisher im Gespräch gefallen hat. Dein Gegenüber wird es dir danken, indem er dir zuhört und die Motivation entwickelt, zusammen mit dir das kommunikative Problem zu lösen.  
  5. Vermeide Du- Botschaften. Du- Botschaften enden meist in Schuldzuweisungen, die zur Verhärtung der Gesprächspositionen führen. Ich- Botschaften ermutigen hingegen zum Mehr-Erzählen und öffnen das Gespräch in Richtung Vertrauen.
  6. Spreche möglichst von deinen Gefühlen und Wünschen während des Problemgesprächs. Auf die Weise hat dein Gegenüber die Möglichkeit, sich in dich hineinzuversetzen. Vor allem aber vermeide Vorwürfe und Beschwerden.
  7. Formuliere deine Gefühle und Wünsche so, dass sie keine Verneinungen enthalten. Zum Beispiel statt: „Ich möchte nicht, dass ihr meckert!“ ist es besser, zu sagen: „Redet bitte freundlicher mit mir.“
  8. Vereinbare Spielregeln für die Problemlösung. Hierzu zählen auch die obenstehenden Gesprächsregeln, die je nach Problemlage, sozialer Gruppe und Institution variieren. Darum sei kreativ! Überlege dir selbst konstruktive Gesprächsregeln und probiere sie aus!   

2. Lösungsansatz- Missverständnisse vermeiden

  1. Höre gut zu!
  2. Das gute Zuhören sorgt für ein richtiges Verstehen. Nutze dabei die Worte deines Gegenübers nicht als Stichwort, um den eigenen Standpunkt zu festigen. Versuche vielmehr trotz unterschiedlicher Meinungen, Gemeinsamkeiten in den Wünschen und Erwartungen herauszufinden. Eine Gemeinsamkeit könnte sein, dass nicht nur du sondern auch deine Mitschüler und Lehrer das Problem schnellstmöglich aus der Welt schaffen wollen.
  3. Halte Blickkontakt zum Gesprächspartner!
  4. Der Blickkontakt bezeugt, dass du trotz der Kontroverse deine Gesprächspartner akzeptierst und ihnen den Gesprächsraum gibst, den sie benötigen. Achte dabei darauf, dass aus dem Ansehen kein Anstieren wird.  
  5. Stelle Zwischenfragen!
  6. Zwischenfragen sind ein probates Mittel, um herauszubekommen, ob du und deine Mitschüler bzw. deine Lehrer noch beim Thema sind. Abschweifungen kannst du auf die Weise verhindern.
  7. Beispiele für Zwischenfragen sind: „Wie siehst du das?“, „Was  hat dir an meinem Vorschlag gefallen?“
  8. Wiederhole die Worte, die du verstanden hast!
  9. Natürlich solltest du sie möglichst nicht wie ein Papagei nachsprechen. Vielmehr solltest du Abwandlungen verwenden wie: „Du meinst also, wenn…“, „Habe ich richtig verstanden, dass…“
  10. Wähle klare Formulierungen!
  11. Gerade in Streitgesprächen können klare, kurze  Sätze von Vorteil sein, aus dem einfachen Grund, weil der oder die Konfliktpartner das Gesagte dann besser verstehen.   

 3. Lösungsansatz- bei Angriff cool bleiben

Sollte trotz der Einhaltung der Gesprächsregeln und deiner Strategie, Missverständnisse zu vermeiden, deine Mitschüler oder auch in Ausnahmefällen einer deiner Lehrer den Konfrontationskurs beibehalten, bieten sich nachfolgende Maßnahmen an:

  1.  Ausatmen! Lasse beim Ausatmen die Schulter fallen und zeige dem Gegenüber mit deiner Körperhaltung ein selbstsicheres, aber keinesfalls aggressives Auftreten.
  2. Sachlich bleiben! Lasse dich nicht provozieren! Die meisten Probleme sind auf der Sachebene zu lösen, wobei du auf die Lösungen und nicht auf die Probleme blicken solltest. Versuche die Konfrontation zu entschärfen, indem du nicht persönlich wirst.
  3. Worte wie endlich, einmal und nur solltest du in diesem Kontext unterlassen. So sage nicht: „Können wir endlich einmal wie vernünftige Menschen miteinander reden.“ sondern: „Lass uns gemeinsam eine Lösung finden!“  
  4. Auch Worte wie immer und nie sind kontraproduktiv bei einem guten Gespräch. Zum Beispiel: „Nie hilfst du mir!“ oder „Immer deine schlechte Laune!“
  5. Eigene Fehler und Stärken erkennen! Um die Angriffsfläche zu verkleinern, lohnt es sich, deine eigenen Fehler zu erkennen. Hörst du gut genug zu? Kannst du den Augenkontakt halten? Bist du schnell erregbar oder gar rechthaberisch? Hast du Schwierigkeiten, dein Gegenüber zu verstehen? Wie reagierst du auf Personen, die ein Problem mit dir haben? Ist ein bestimmtes Muster feststellbar? Welchen Beitrag leistest du zum Problem und was hattest du bisher zur Problembewältigung geleistet?
  6. Lerne deine Stärken kennen! Welche Stärken kannst du für die Problemlösung einbringen? Was trägst du nach der Lösung des Problems für die künftige Beziehungsgestaltung bei? Wie würden deine Mitschüler und Lehrer reagieren, wenn du ihnen plötzlich deine Stärken zeigst? In welchen Situationen hast du dich dank deiner Stärken bereits in Ansätzen lösungsorientiert verhalten?
  7. Stärken und Schwächen zu erkennen, ermöglichen dir, Konfrontationen zu entschärfen. Erst dadurch kannst du deine gutdurchdachten Lösungen umsetzen.  
  8. Grenzen setzen! Fange gar nicht erst mit Rechtfertigungen an. Ein freundliches „Nein“ genügt vollkommen, um deine Grenzen deutlich zu machen. Falls deine Grenzen dennoch fortwährend missachtet werden, bleibe ruhig und sachlich. Breche das Gespräch mit höflichen Worten ab, um eine Eskalation zu verhindern.
  9. Günstigenfalls findest du später, wenn sich die Gemüter wieder beruhigt haben,  eine gemeinsame Lösung. Also nicht den Kopf hängen lassen! Für ein Problem gibt es unzählige Lösungsansätze. Funktioniert Plan A nicht, dann wird Plan B, C, D, E…  entwickelt und umgesetzt.
  10. Abschluss finden! Ein jedes Gespräch, sei es noch so konfliktbeladen, sollte abgeschlossen werden. Solcher Abschluss könnte sich folgendermaßen anhören: „Das Gespräch ist heute für mich beendet.“, „Danke, jetzt möchte ich erst einmal gehen und mich beruhigen.“

Fazit

Abschließend lässt sich sagen: Wenn du bei Problemen nicht nur dich selbst siehst, sondern auch deine Mitschüler und Lehrer, ihnen überdies zuhörst und dich bei einer Konfrontation immer noch fragen kannst, wie dich die anderen sehen und was sie an dir wahrnehmen, wirst du schnell bemerken, wie sich die Probleme im täglichen Miteinander von selbst auflösen.    

Frage dich: Was wünschen sich die anderen? Inwiefern stimmen ihre Wünsche mit deinen Wünschen überein? Wo genau sind die Schnittstellen und woran wirst du merken, dass das Problem gelöst geworden ist? Es ist ein Prozess des fortgesetzten Ausprobierens von Lösungen, in dem alle Beteiligten nur gewinnen können.
Darum beobachte, höre zu und lerne!

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