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Die 10 wichtigsten Lerntipps für Hausaufgaben (HA)

Tipps nach neurowissenschaftlichen Erkenntnissen

Kennst du folgende Situation? Wieder einmal sitzt du an den Hausaufgaben und bist genervt, weil sich auf dem Schreibtisch bereits etliche Hefter mit unerledigten Hausaufgaben gestapelt haben, weil du nicht weißt, was du zuerst tun sollst, weil der Lernstoff zu komplex, zu langweilig, zu zeitaufwändig  ist oder weil dein jüngerer Bruder oder deine jüngere Schwester nebenan lärmen dürfen und dich nach und nach zur Weißglut bringen.

 

Für die optimale Gestaltung von Lernprozessen außerhalb des Unterrichts aber ist es erforderlich, einen festen Arbeitsplatz in einer ruhigen Lernumgebung zu haben. Sorge dafür! Suche dir Verbündete! Deine Eltern dürften daran interessiert sein, dass deine Lernleistungen stabil bleiben, sodass sie mit dir zusammen feste Ruhezeiten für deine Geschwister einplanen werden. Außerdem solltest du dir ein erfreuliches Ritual vor Beginn der HA zulegen. Wie wäre es mit einer Tasse heißer Schokolade im Winter und im Sommer mit eisgekühlter Limonade? Letztlich entscheidest du, was dir gut tut, um dir den Einstieg in die HA zu erleichtern. Doch woran merkst du, dass es funktioniert hat? Ganz einfach- du bist schon am Ende der HA angekommen und noch immer nicht müde oder von deiner Arbeit gelangweilt.

Unsere Liste für den optimalen Arbeitsplatz

Auf dem Arbeitsplatz liegen nur Arbeitsmaterialien für die HA

Um zügig mit der HA beginnen zu können, ist es notwendig, dass alle für das Lernen erforderlichen Materialien zur Verfügung stehen. Arbeitsmaterial, das nicht zum Lernstoff gehört, sollte in der Mappe bleiben. Es sorgt für unnötige Ablenkungen, die deine Konzentration und Aufmerksamkeit stören. Neben dem übersichtlichen und gleichzeitig festen Arbeitsplatz sind gute Lichtverhältnisse, festgelegte Lernzeiten wie z. B. eine Stunde nach dem Mittagsessen, ergonomisches Sitzen und störungsfreies Arbeiten (Handy möglichst ausgeschaltet lassen) der Dreh- und Angelpunkt für eine gute Lernsituation.

Lies jede Aufgabe genau durch und überlege, was zu tun ist

Bevor du dich mit den Einzelheiten beschäftigst, ist es sinnvoll, dass du dir einen Überblick über die HA verschaffst. Das Gehirn kann in dieser Zeit nach vorhandenen Speicherplätzen suchen oder neue anlegen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang deine Motivation. Versuche, wenn es nur irgendwie möglich ist, Verknüpfungen zu deinen Freizeitinteressen herzustellen. Die Lernbereitschaft erhöht sich enorm, wenn du für die HA Interessen und Neugier mitbringst. Günstig ist es darum, die HA mit deinen spezifischen Lebenserfahrungen zu verbinden. 

Zerlege die Aufgabe in kleine Schritte

Um das Wesentliche aus der Fülle der Informationen zu sondieren, ist es wichtig, die HA, die meist aus mehreren Teilaufgaben zusammengesetzt ist, in kleine Schritte zu zerlegen. Versuche einmal Folgendes: Reduziere die umfangreichen Informationen auf Schlüssel-wörter, ohne dass der Inhalt dabei verlorengeht. Auf die Weise behältst du den Überblick. Darüber hinaus beginnt das Lernen Sinn zu machen, was nur gut sein kann, um die Lerninhalte im Gedächtnis zu behalten. Schreibe dir zu den Schlüsselwörtern möglichst die fünf wichtigsten Gedanken auf. Zusätzlich könntest du auch ein Schema zeichnen oder den Lernstoff neu gliedern, jedoch ohne den Sinnzusammenhang zu zerstören. Oder du erfindest einfache Überschriften zu den Teilabschnitten der Aufgaben.

Gehe Schritt für Schritt vor

Denke bitte auch daran, in der richtigen Reihenfolge zu lernen. Wenn du nicht verstehst, was du tust, kann der Lösungsweg nicht der richtige sein. Für den Speicherprozess im Gehirn benötigst du einen sogenannten roten Faden, den du dir kleinschrittig erarbeiten kannst. Du solltest dir einen eignen Plan im Sinne eines selbstgesteuerten Lernverhaltens erstellen. Mit ihm kannst du logisch vorgehen. Der große Vorteil besteht darin, dass sich auf die Weise der neue Lernstoff mit dem Altgelernten sinnvoll vernetzt.

Suche passende Stichwörter für die Lösungen

Du hast inzwischen passende Schlüsselwörter gefunden und zu den Schlüsselwörtern passende Stichwörter aufgeschrieben. An die Teilüberschriften hast du ebenfalls gedacht? Sehr gut. Nun wirst du zur besseren Vernetzung der Synapsen im Gehirn, was nichts anderes für dich bedeutet, als noch leichter und effektiver zu lernen, das Neugelernte zusammenfassen. Für die Zusammenfassung kannst du dein ganzes kreatives Potential nutzen, denn sie sollte von allen Seiten beleuchtet werden, um sie langfristig in deinem Langzeitgedächtnis zu speichern. Für die Zusammenfassung eignet sich Mind Mapping hervorragend. Du kennst die Methode aus dem Unterricht und weißt, dass du nun die Möglichkeit hast, zu malen, was du vorher gedacht hattest. Lasse dir ausreichend Zeit dafür, denn nichts verbessert die Merkfähigkeit so nachhaltig wie die Visualisierung. Die bildhafte Darstellung deiner Gedanken im Sinne einer Gedankenlandkarte sorgt dafür, dass du die Ergebnisse deiner schriftlichen HA im Langzeitgedächtnis behältst.  Hinzu kommt der kreative Aspekt in deinem Lernverfahren durch das Zusammenführen von Wort und Bild. Auf die Weise ist die rechte und die linke Hirnhälfte am Lernprozess beteiligt, sodass sich die linke und rechte Hirnhälfte gegenseitig aktivieren. Wozu das gut ist? Nicht anders als ein Erfinder kannst du dann neue Lösungen für Aufgaben und Probleme entwickeln.

Gehe durch dein Arbeitszimmer und rede laut mit dir

Außer der Leseperspektive gibt es noch die Perspektive des Vortrags, die es dir ermöglicht, schneller zwischen wichtigen und unwichtigen, logischen und unlogischen, ausschweifenden und zu knappen Textinformationen zum Zweck einer Leistungsoptimierung zu unterscheiden und den Text gegebenenfalls nachzubessern. Bewegungen steigern zudem die Hirnaktivität. Also sei kein Stubenhocker! Selbst Kaugummikauen wirkt sich positiv auf deine grauen Zellen aus. Wenn du Zuhörer hast, können sie dir zusätzlich mit ihrem Feedback hilfreiche Anregungen geben oder Textverständnisfragen stellen, die dich nochmals neu über deine HA-Ergebnisse nachdenken lassen. Wenn du nicht mit dir selbst reden möchtest, kannst du deine Lerninhalte auch Eltern oder Freunden vortagen.

Überprüfe deine HA nach Flüchtigkeitsfehlern

Die Endkontrolle der HA dient dem Rückblick und der Überprüfung, indem du dir abschließend bewusst machst, ob die Lösungen angemessen und die Informationen ausreichend genug waren oder ob gegebenenfalls noch Korrekturen anstehen.

Wiederhole, was du durch die HA gelernt hast

Das Wiederholen des Gelernten bei schriftlichen und mündlichen HA ist äußerst wichtig, wobei die Informationen nicht nur über einen Weg ins Gehirn gelangen sollten, wie du bereits erfahren hast. Um dir den ausgearbeiteten Lernstoff aus der HA gut einprägen zu können, nutze mehrere Sinne gleichzeitig oder hintereinander. Zum Beispiel verwende das Sehen beim Lesen oder Zeichnen, das Hören beim Einsatz von Hörbüchern oder das Sprechen bei der Nutzung von Lernboxen. Auch die Hände können beim Tasten und Zugreifen im Sinne eines Begreifens Anwendung finden. Das spielerische und kreative Herangehen ist eine weitere Möglichkeit, zum Beispiel mit Merksprüchen das Gedächtnis zu trainieren.

Doch abgesehen von den Lerntypen, ist eine Erkenntnis inzwischen zweifellos gesichert: Die beste Möglichkeit für ein vernetztes Lernen ist und bleibt die Visualisierung. Also übersetze, wann und wo du kannst, Worte in Bilder, denn nur über die Visualisierung vernetzt das Gehirn gleich mehrfach Informationen und das aus dem einfachen Grund, weil unser Gehirn in Bildern arbeitet. Langweilige Wörter in visuelle Landkarten zu verwandeln, erleichtert dir somit das Lernen erheblich. Zum Schluss noch eine Bemerkung zum Thema „Wiederholung“: Nicht nur das Lernen auch die kleinen Pausen zwischen den Lernschritten sollten wiederholt werden. Du willst doch nicht, dass dir unterwegs die Puste ausgeht.

Erhole dich in den Pausen (spätestens nach 45 Minuten)

Lege kleine Zwischenpausen ein. Weil das Gehirn Zeit für Informationsverarbeitungsprozesse benötigt, sind 10. Minuten Pausen und kleinere Zwischenpausen unverzichtbar, denn Stress ist der Lernkiller Nr. 1.

Räume deine Materialien nach Erledigung der HA ein.

Ritualisierungen sind wichtig für den Lernprozess. Der Abschluss einer HA gehört dazu. Regelmäßige Zeiten für das Aufräumen der Arbeitsmaterialien solltest du aus dem Grund stets zum Ende der HA einplanen. Wenn du dich nachträglich für die Arbeit, die du geleistet hast, selbst belohnst, wirkt sich die Selbstbelohnung positiv auf deine Lernbereitschaft aus. Nimm dir nun die Zeit für deine Freunde und Freizeitinteressen. Neurowissenschaftler haben im Übrigen herausgefunden, dass unter Stress die höheren Funktionen des Gehirns nicht mehr funktionieren. Wer will denn sowas? Also lasse dich nicht stressen!

Weitere Tipps zum (stressfreien) Lernen

Ob du nun Student oder Abiturient bist, spielt beim Lernen keine Rolle. Hier haben wir dir zahlreiche Tipps und Informationen für ein entspanntes Lernen für Abitur und Studium zusammengstellt:

>> Welcher Lerntyp bist du?

>> Welcher Prüfungstyp bist du?

>> Lernen ohne Zeitdruck

>> Musik zum Lernen

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