Wartesemester & Zahnmedizin-Studium

Auch Studis mit dem Wunschfach Zahnmedizin finden sich nach ihrer Studienplatz-Bewerbung häufig in der Wartesemester-Schleife wieder. Das Fach ist nach wie vor beliebt: In Ausbildung und Berufsbild des Zahnmediziners/Zahnarztes verbinden sich theoretische Wissenschaft mit der konkreten Praxis. Handwerkliches Geschick ist ebenso gefragt wie ein Sinn für Ästhetik. Auch Verdienstmöglichkeiten und Ansehen des Berufes spielen sicher eine Rolle für viele Zahnmediziner in spe. Wer mehr zum Thema „Zahnmedizin-Studium & Wartesemester“ wissen will, sollte hier weiterlesen.

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Wartesemester Zahnmedizin: Hürde im Zulassungsverfahren

Wer sich in Deutschland fürs Zahnmedizin-Studium bewirbt, braucht entweder einen (sehr) guten Abiturdurchschnitt oder Ausdauer. In den letzten Jahren war es konstant so, dass vor dem Komma der Abinote eine Eins stehen muste, um direkt zugelassen zu werden. Dieser Trend bedeutet, dass Abiturienten mit einem schlechteren Abi mit einer Wartezeit von in der Regel mehreren Semestern beziehungsweise Jahren rechnen.

Ein Beispiel: Im Wintersemester 2012/2013 kamen auf jeden zur Verfügung stehenden Studienplatz Zahnmedizin 4,6 Bewerber.

Die Zuteilung der offenbar sehr begehrten Plätze organisiert auch für das Zahnmedizin-Studium deutschlandweit die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH). Unter www.hochschulstart.de können Bewerber ihren Antrag auf Zulassung bequem online ausfüllen. Bemerkenswert: Wer seinen Platz sicher hat, zieht das anspruchsvolle Studium meistens auch durch: Die deutschlandweite Abbrecherquote im Fach Zahnmedizin liegt bei nur fünf Prozent.

Tipps fürs Zulassungsverfahren:

  • Hochschulen vorab recherchieren

Im Rahmen der Online-Bewerbung musst du in einem ersten Schritt deine Wunsch-Hochschule(n) angeben – mindestens eine, höchstens sechs. Informiere dich vorher über die Auswahlkriterien deiner Wunsch-Studienorte. Entgegen landläufiger Meinung werden die Studienorte nämlich nicht willkürlich zugeteilt. Wenn du deine Ortswünsche taktisch klug wählst, verbesserst du gegebenenfalls die Chancen auf deinen Favoriten.

  • Vorbereitung auf TMS

An mehreren deutschen Universitäten kannst du deine Chancen im Vergabeferfahren verbessern, wenn du den Test für Medizinische Studiengänge (TMS) absolvierst. Der spezifische Studierfähigkeitstest prüft dein Verständnis für medizinische und naturwissenschaftliche Problemstellungen.

Chance im Wartesemester: Bildung, Arbeit oder Auslandszeit

Im Wartesemester ist es ratsam, die Zeit bis zur Zulassung sinnvoll zu gestalten. Besonders im medizinischen Bereich machen viele Bewerber daher zunächst eine Ausbildung, zum Beispiel als Zahntechniker oder Zahnarzthelferin.

Wartesemester: Ausbildung als Zahntechniker

Dabei lernst du dein späteres Arbeitsfeld nicht nur „von innen“ kennen, sondern kannst unter Umständen ein paar Euros sparen. Verglichen mit anderen Studiengängen ist Zahnmedizin ist nämlich außergewöhnlich teuer: Zu den üblichen Kosten eines Hochschulstudiums müssen Studierenden die zahnärztlichen Instrumente (Bohrerset etc.) selbst anschaffen. Bis zu 10.000 € werden da schon einmal – allein für Instrumente – fällig.

Insofern bietet das Wartesemester gleich doppelten Nutzen für Anwärter auf einen Studienplatz in Zahnmedizin.

Zahnmedizin im Ausland studieren?

Andere können es nicht abwarten und bewerben sich direkt an einer Hochschule im Ausland. Beliebte Länder für angehende Zahnmediziner aus Deutschland sind Österreich, Ungarn, die Niederlande und Belgien. Das liegt zum Einen an den „humaneren“ Zulassungsbeschränkungen (so es sie überhaupt gibt), zum Anderen an den Veranstaltungen. Schließlich hat sich das Ausland auf die NC-Immigranten eigestellt und bietet in Zahnmedizin sogar vereinzelt deutschsprachige Veranstaltungen an.

Ein weiterer Vorteil: Wer bis zur Zulassung im Inland eingeschrieben ist, gefährdet seine Wartesemester. Ob du in dieser Zeit tatsächlich zur Uni gegangen bist oder nicht, spielt für die Stiftung für Hochschuzulassung keine Rolle. Anders im Ausland: Ein Studium (selbst der Zahnmedizin) gilt im Allgemeinen nicht als „Parkstudium“.

Allerdings solltest du dich vor deinem Auslandstrip noch einmal bei deinen Ziel-Hochschulen nach den genauen Statuten erkundigen. Schließlich legen letzten Endes die Bundesländer die Regeln für die Wartesemester im Fach Zahnmedizin selbst fest.

Zahnmedizin: Freiwilligenarbeit im Wartesemester

Falls das nicht klappt oder du kein geeignetes Auslandsstudium findest: Wie wäre es mit Freiwilligenarbeit? Zahlreiche Projekte in aller Welt (z.B. Ghana, Indien, Mexiko) suchen tatkräftige Unterstützung in der Versorgung und Betreuung von Patienten vor Ort. Dabei erhältst du Einblick unter anderem in die karitative Praxis anderer Länder und verbesserst deine Fremdsprachenkenntnisse. Auch dem Selbstvertrauen gibt das Wartesemester häufig einen weiteren Schub. Schließlich wirst du auch als angehender Zahnmediziner im Ausland neue, ungewohnte Herausforderungen meistern müssen.