Alternative zum Wartesemester: Die private Hochschule

Du musst Wartezeiten an der Uni in Kauf nehmen? Bewirb dich doch an einer privaten Hochschule. In unserer Hochschullandschaft ergänzen sie die Bildungspalette staatlicher Hochschulen. Knapp 5 Prozent der deutschen Studierenden sind zurzeit an privaten Unis eingeschrieben. Doch dank stark gestiegener Abiturientenzahlen werden die dortigen Angebote stark ausgebaut. Worin sich staatliche und private Hochschulen unterscheiden und für wen sie sich lohnen, liest du hier.    

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Was unterscheidet private Hochschulen von staatlichen?

Anstatt Wartesemester in dein Wunschstudium zu investieren, kannst du dich auch an einer privaten Hochschule einschreiben. Dazu gehören neben Fachhochschulen und Universitäten auch Musik- und Kunsthochschulen sowie Fernstudienanbieter, die Fortbildungen neben dem Beruf ermöglichen.

Private Trägerschaften

Wie der Name schon sagt, werden private Hochschulen nicht vom Bund bzw. den Ländern getragen, sondern von privaten Verbänden. Dennoch kannst du auch an einer privaten Hochschulen akademische Grade (sprich: Bachelor und Master) zu erwerben. Für die staatliche Anerkennung sorgt das Hochschulrahmengesetz (HRG) des Bundes sowie die Hochschulgesetze der Länder. Das Promotionsrecht hingegen obliegt bisland allein den staatlichen Einrichtungen.

Praxisorientiert

Auf der anderen Seite: Wer sich in Forschung und Lehre nicht an gesetzliche Vorgaben halten muss, kann eigene Schwerpunkte setzen. So gelten die „privaten“ im Allgemeinen als praxisorientierter (und weniger forschungsintensiv) als die staatlichen Unis. Schließlich legen sie – stärker als noch manche staatliche Uni – Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit der freien Wirtschaft. Auch Auslandsaufenthalte gehören im Rahmen des Studiums dort schon lange zum regulären Studienablauf.

Jung & modern

Darüber hinaus sind die meisten Privat-Hochschulen „jünger“ als die staatlichen Unis mit z.T. jahrhundertalten Tradition. Dadurch sind sie Bibliotheken und Hörsäle in der Regel moderner ausgestattet.  

Kein NC

Und vor allem: Private Unis kennen keinen Numerus Clausus. Das macht sie attraktiv für alle, die auf regulärem Wege (sprich: die Stiftung für Hochschulzulassung) keinen Studienplatz an der staatlichen Hochschule bekommen haben, aber dennoch das Wartesemester umgehen wollen.

Studiengebühren

Stattdessen wird zugelassen, wer sich in Bewerbungsgesprächen bewährt – und sich das Studium leisten kann:

So sind Beträge um die 50.000 Euro für ein dreijähriges Studium an einer privaten Hochschule nichts Ungewöhnliches. Hinzu kommt, dass am privaten Bildungsmarkt derzeit hauptsächlich Fachhochschulen gibt, nämlich 72 – gegenüber neun Unis.

Schwerpunkte

Deren Schwerpunkt liegt oft bei  den Studienrichtungen Naturwissenschaften, Technik, Wirtschaft und Informatik. Geistes- und Sozialwissenschaften sind an privaten Hochschulen aktuell Mangelware.

Private Hochschulen: Bewerbung & Finanzierung

Wer sich um einen Studienplatz an einer privaten Hochschule bewirbt, muss mit einer Reihe von Auswahlverfahren rechnen. Dazu gehören beispielsweise nicht nur persönliche Auswahlgespräche, sondern auch Assessment-Center inklusive Übungen und Persönlichkeitstests. Die Hochschulen wollen so zum Einen prüfen, ob die Bewerber  ausreichend motiviert sind das straffe Studienprogramm zu bewältigen. Zum Anderen gilt es herauszufinden, ob die Interessenten dem hohen Leistungsniveau gerecht werden können.

Studienfinanzierung an privaten Hochschulen

Wenn du an einer privaten Uni oder FH angenommen wirst, musst du pro Semester mit durchschnittlich rund 3.000 Euro Kosten rechnen. Damit bleibt vielen Abiturienten letzen Endes doch nur der Gang ins Wartesemester.

Allerdings: Auch für ein Studium an einer privaten Hochschule gibt es staatliche Förderungen. Das heißt, du kannst regulär BAföG beantragen. Falls deine Eltern dafür zu „wohlhabend“ sind oder es aus anderen Gründen für dich nicht in Frage kommst, solltest du auch nach weiteren Möglichkeiten der Studienfinanzierung umsehen. 

So kannst du dich auch um private Bildungsfonds bewerben oder einen regulären Studienkredit der KfW in Anspruch nehmen. Selbst Stipendien (z.B. DAAD) werden gar nicht so exklusiv vergeben wie du vielleicht glauben magst. Mehr zum Thema Studienfinanzierung hier auf nach-dem-abitur.de.

Auf diese Weise kommst du doch noch an ein Studium an einer privaten Hochschule – und das Wartesemester ist passé.