Wartesemester & Jura-Studium

Auch angehende Juristen werden nach bestandenem Abitur häufig mit dem Thema „Wartesemester“ konfrontiert: Die Rechtswissenschaften haben in Deutschland traditionell ein hohes Prestige. Ein erfolgreicher Abschluss bietet Juristen gute Karrierechancen. Das macht das Fach so beliebt, sodass Unis und SfH stark aussieben müssen. Mehr zum Thema „Jura und Wartezeit“ liest du auf dieser Seite.

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Jura-Studium: Muss ich mit Wartesemestern rechnen?

Bundesweit kannst du an 23 Hochschulen den Studiengang der Rechtswissenschaften belegen. Die Studienordnungen für Jura unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. An einige Unis kannst du dein Studium traditionell mit dem ersten Staatsexamens abschließen. Andere Hochschulen haben bereits die Studiengänge „Bachelor of Laws“ und „Master of Laws“ eingeführt.

NC in den Rechtswissenschaften

In den vergangenen Semestern zeichnete sich für die Rechtswissenschaften folgender Trend bezüglich der Wartezeit vor Studienzulassung ab: Insbesondere im Studienfach Jura ist die Spanne der NC-Werte zwischen den einzelnen Hochschulen sehr weit. Diese reicht(e) vom sehr guten Einser-Abiturschnitt bis zu überhaupt keiner Zugangsbeschränkung.

Der Numerus Clausus ist demnach ein sehr wichtiges Kriterium bei deiner Entscheidung für eine Universität. Wenn du bei der Wahl deines Studienortes flexibel bleibst, kannst du auch ohne Traumnote im Abitur deinen Wunsch vom Jurastudium realisieren.

Immer mehr Hochschulen gehen zum örtlichen Auswahlverfahren über. Das heißt: Falls dein Abi an einer Uni nicht reicht, hast du die Chance, an einer anderen Universitäten zu punkten und so einen Studienplatz zu erhalten.

Natürlich kannst du auch ohne passenden NC einen Studienplatz an deiner Wunsch-Hochschule bekommen. Allerdings solltest du dafür ein oder zwei Wartesemester in Kauf nehmen.

Wie nutze ich meine Wartesemester im Hinblick aufs Studium?

Wartesemester bergen auch für angehende Jurastudenten gute Gelegenheiten, zum Beispiel im Rahmen von Praktika erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Anbieter von juristischen Praktika sind unter anderem

  • gesetzgebende Körperschaften,
  • Gerichte,
  • Staatsanwaltschaften
  • Verwaltungsbehörden,
  • Notarkanzleien,
  • Anstalten des öffentlichen Rechts und
  • Rechtsabteilungen in großen Unternehmen

Denkbar ist auch eine Tätigkeit als Werkstudent mit Bezug zu den Rechtswissenschaften bzw. juristischen Berufen. An manchen Hochschulen sind juristische Praktika ohnehin Pflicht. Erkundige dich also bei einer Hochschule deiner Wahl, ob ein Praktikum im Wartesemester womöglich als Pflichtpraktikum anerkannt werden kann.

Ausbildung im Wartesemester

Wenn du länger aufs Studium warten musst, kannst du auch zunächst eine Ausbildung im rechtswissenschaftlichen Umfeld machen. Mögliche Berufe sind beispielsweise Rechtsanwaltsfachangestellte/r oder Notarfachangestellte/r.

Dabei erwirbst erste Berufserfahrungen, eignest dir juristisches Wissen an und erhältst Einblicke in die Praxis juristischer Berufe. Ideale Voraussetzungen für dein anschließendes Jura-Studium. Schließlich wird es dir nicht nur leichter fallen, rechtswissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Auch bieten sich dir dadurch auch gute Chancen auf einen lukrativen Nebenjob während des Jura-Studiums.

Juristen im Ausland: Freiwilligenarbeit

Natürlich kannst du während deines Wartesemesters einfach abwarten, bis dein Jura-Studium losgeht. Du kannst die Zeit aber auch sinnvoll nutzen, um dich selbst fortzubilden. Volkshochschulen und Fernlehr-Institute bieten vielfältige Seminare für Berufspraktiker an – darunter Sprachkurse, Computer-Workshops und Schulungen aus den Bereichen Recht & Wirtschaft.

Oder planst du vielleicht einen Auslandsaufenthalt? Dann sind deine Wartesemester die richtige Zeit dafür. Besonders in der globalisierten Welt sind Fachleute gefragt, die zwischen Ländern, Kulturen und Rechtssystemen vermitteln. Melde dich für eine Freiwilligenarbeit im Ausland und erhalte direkte Einblicke in die Arbeit von internationalen Hilfsprojekten.

Engagier dich als Jurist in spe in der Rechtsabteilung von sozialen Vereinen oder nicht-staatlichen-Organisationen (NGO). Die Aufgaben sind vielfältig (Menschenrechte, Tierschutz, Umweltschutz) und Einsätze nahezu weltweit möglich.