Auslandspraktikum im Wartesemester

Du musst ein Wartesemester einlegen? Nutz die Zeit doch, um deine spätere Berufswelt kennenzulernen. Mach ein Auslandspraktikum. Neben den allgemeinen Vorteilen eines Auslandsaufenthalts erfährst du vor allem, ob dich das geplante Studium auf den richtigen Weg führt. Fremdsprachen fließend zu beherrschen und auf die Gepflogen-heiten anderer Kulturkreise eingehen zu können (auch bekannt als „interkulturelle Kompetenzen“), gehört heutzutage schon beinahe zum Pflichtteil in Job-Bewerbungen. Je früher du diese Erfahrungen machst, desto besser kannst du dich nach deinem Wartesemester aufs Studium konzentrieren oder sogar inhaltliche Schwerpunkte setzen. Was dich noch vor einem Auslandspraktikum erwartet, erfährst du hier.

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Wartezeit: Fakten zum Praktikum im Ausland

Eine unbequeme Tatsache gleich zu Anfang: Unternehmenspraktika im Ausland sind in der Regel unbezahlt. Du wirst für dein Auslandspraktikum wahrscheinlich „draufzahlen“. Wenn aber Kosten und beruflicher / persönlicher Gewinn vereinbar sind, ist das Praktikum eine Investition, die sich zu einem späteren Zeitpunkt für dich auszahlen kann. Natürlich kann es auch sein, dass Praktika bezahlt sind.

Darüber hinaus solltest du bei der Wahl des Praktikumsortes flexibel sein. Großstädte beispielsweise sind für Jobs beim Auslandsaufenthalt natürlich sehr beliebt. Selbst um unbezahlte Praktikumsplätze ist die Konkurrenz dort groß. Über die Qualität des Auslandspraktikums sagt das aber nichts aus. Wer stattdessen bereit ist, sein Wartesemester auch in kleineren Städten oder sogar auf dem Land zu verbringen, erhält dort unter Umständen problemloser einen Platz und wird zudem besser betreut als in renommierten Unternehmen in den Metropolen.

Praktikum = Internship? Training? Stage?

Unser deutsches Verständnis vom Praktikum läßt sich nicht ohne Weiteres auf andere Länder übertragen. Je nach Land existieren für ein „Praktikum“ unterschiedliche Bezeichnungen mit häufig verschiedenen Bedeutungen.

  • trainee: (geringfügig) bezahlter Praktikant. Angehender Mitarbeiter in der Probephase = traineeship (brit.) / training (am.)
  • intern: studentischer Mitarbeiter (Pflichtpraktikum oder freiwillig), i.d.R. unbezahlt.
  • stage: Praktikum bzw. stagiaire: Praktikant (auch: Volontär oder Referendar). Vor allem gebräuchlich im französischsprachigen Ländern, z.T. auch in den USA, Kanada und Australien. Unbezahltes oder geringfügig entlohntes Pflichtpraktikum während des Studiums.

Zum Auslandspraktikum im Wartesemester nach …

Deine Wartezeit kannst du nahezu weltweit mit einem Praktikum im Ausland überbrücken. Zu den beliebtesten Zielen für Auslandspraktika zählen USA und Großbritannien, dicht gefolgt von Spanien und Lateinamerika. Abgesehen von der Attraktivität der englischsprachigen Wirtschaftssysteme ist die sprachliche Hürde in den Ländern mit Spanisch als Amtssprache relativ gering. Schließlich hatten viele angehende Studenten bereits Spanisch in der Schule. Und falls nicht, lässt es sich relativ einfach lernen (z.B. an der VHS).

Darüber hinaus vermitteln immer mehr Agenturen Auslandspraktika nach Asien (v.a. China) und Osteuropa (GUS-Staaten, Ungarn). Damit tragen sie der wachsenden Bedeutung dieser Wirtschaftsräume Rechnung.

Was für Auslandspraktika kann ich im Wartesemester machen?

Weltweit stehen dir natürlich alle Tätigkeitsbereiche offen, von Sprachen bis Wirtschaft, von Naturwissenschaft bis Kunst. Das gilt für allem für das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, den USA. Aber andere westliche Industriestaaten wie Großbritannien und Kanada bieten angehenden Studenten ein breites Spektrum an Auslandspraktika im Wartesemester.

Wusstest du, dass Australien mittlerweile den zweitgrößten Umsatz im Bildungssektor macht? Dementsprechend gut aufgestellt ist „Down Under“, wenn es um die Betreuung von Studenten und Auslandspraktikanten geht.

Die aufstrebende Wirtschaftsmacht China hingegen empfiehlt sich besonders, wenn Import/Export dein Thema ist, und Indien ist dein Zielland, wenn du deine Zukunft im Ingenieurwesen, im IT-Bereich oder im Tourismus siehst.

Weitere Ideen für ein Auslandspraktikum findest du unter www.auslandsjob.de

Was bringt ein Auslandspraktikum in der Wartezeit?

Erfahrungen jenseits des Alltagstrotts zu machen, ist natürlich immer ein Gewinn. Wenn du noch unsicher bist, ob ein Auslandspraktikum etwas für dich ist, haben wir hier noch ein paar gute Gründe dafür gesammelt:

Aufwertung deines Lebenslauf

Angesichts der globalisierten Arbeitswelt werden praktische Auslandserfahrungen immer wichtiger. Nicht nur für Bewerbungen, d.h. den Lebenslauf, sondern vor allem für dich. Wer die Mentalitäten anderer Nationen kennt, kann auch im Inland besser auf Menschen zugehen. Das wissen auch immer mehr Arbeitgeber zu schätzen.

Erwerb wertvoller Fremdsprachenkenntnisse

Ohne Sprache keine Verständigung. Wer seine Mitmenschen wirklich verstehen will, muss ihre Sprache sprechen. Das gilt für den Urlaub ebenso wie fürs Studium und das Auslandspraktikum. Daher werden auch Fremdsprachenkenntnisse immer wichtiger. Das Wartesemester ist deine Gelegenheit, eine Fremdsprache fließend sprechen zu lernen und so in die Kultur deines Gastlandes einzutauchen.

Erwerb von fachlichem Know-how und Branchenkenntnissen

Das Praktikum heißt Praktikum, weil es dir -im Gegensatz zum „theoretischen“ Studium – das „Handwerkszeug“ deines zukünftigen Berufs ganz konkret näher bringt. Die wichtigsten Vorgänge, Problemstellungen und Möglichkeiten deines Wunschberufs, den „alltägliche Wahnsinn“ deiner Zielbranche, erlebst du unmittelbar im Auslandspraktikum. Nebenbei kannst du bereits erste Kontakte zu Mitarbeitern und Vorgesetzten knüpfen und so vielleicht langfristige Geschäftsbeziehungen aufbauen.

Anrechnung für dein Studium

Manche Studiengänge / Hochschulen verlangen ein Praktikum vor dem Studium. Andere Studenten erwerben grundlegende praktische Kenntnisse im Laufe des Studiums. Mit einem Auslandsstudium in der Wartezeit kannst du diese Fähigkeiten ggf. bereits zur Immatrikulation nachweisen. Das kürzt dein Studium entweder ab oder gibt dir Zeit, dich anderen Schwerpunkten zu widmen.