Wartesemester & Abiturdurchschnitt

Wunsch-Studienplatz durch Wartesemester: Wenn du dein ersehntes Abitur endlich in der Tasche hast und ins Studium starten willst, kann es sein, dass du plötzlich mit dem Thema „Wartesemester“ konfrontiert wirst. Das bedeutet zunächst nichts anderes, als dass du Wartezeit überbrücken musst, bis du einen Studienplatz in deinem Wunschfach bekommst.

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Wartesemester kompensieren den Abi-Durchschnitt

Hauptkriterium für die Vergabe von Studienplätzen mit Zulassungsbeschränkung an deutschen Unis und Fachhochschulen ist in der Regel die Durchschnittsnote im Abitur. Häufig sind auch die gewichteten Einzelfachnoten interessant.

Für viele Studiengänge gilt nämlich eine bestimmte Zulassungsgrenze: ein Numerus Clausus (wörtlich: „geschlossene Zahl“, kurz: NC).

Liegt der NC für einen Studiengang beispielsweise bei 1,6, werden zunächst nur Bewerber mit einer Abiturnote von 1,6 oder besser für diesen Studiengang zugelassen. Bewerber mit einem schlechteren Schnitt haben dennoch eine Chance auf ihren Wunsch-Studienplatz: Mit einer entsprechenden Anzahl von Wartesemester können sie einen nicht „passenden“ Abiturdurchschnitt ausgleichen und später einen Studienplatz bekommen.

Wartezeit verbessert die Abiturnote nicht

Je mehr Wartesemester du vorweisen kannst, desto mehr „verbessert“ sich deine Abiturnote? Diese Annahme ist nicht richtig.

Zwar erhöhen Wartesemester deine Chancen auf den Wunsch-Studienplatz, doch bei der Stiftung für Hochschulzulassung sind „Wartezeit“ und „Abinoten-Durchschnitt“ voneinander unabhängige Größen. Das bedeutet: Sind nach dem regulären Zulassungsverfahren noch Plätze zu vergeben, werden unter anderem die Interessenten mit Wartezeiten „gezogen“. Mehr Wartesemester verbessern also lediglich deine Position auf der Liste der Nachrücker.

Abiturdurchschnitt bestimmt nicht die Anzahl der Wartesemester

Ebenfalls falsch ist, dass Wartesemester automatisch, sozusagen linear, die Chance auf Zulassung verbessern. Der NC für ein Studienfach wird in jedem Semester neu berechnet. Die Ausschluss-Note wird bestimmt von der Anzahl der Studienplatzbewerber. Der NC sinkt, wenn sich weniger Abiturienten als im Semester zuvor bewerben. Dadurch werden im aktuellen Verfahren auch Bewerber zugelassen, deren Abiturnote zuvor unterhalb des verlangten NC lag. Die Zahl deiner Wartesemester bis zum Studienplatz lässt sich folglich nicht vorher kalkulieren.