Sport & Ernährung studieren

Ein interdisziplinärer Masterstudiengang

Du möchtest Sport und Ernährung kombinieren? Wie das in einem Studium möglich ist

Du hast bereits einen Abschluss in einem Fach aus dem Bereich Sport & Bewegung oder in Sportwissenschaft und möchtest einen Beruf im Bereich Gesundheit, Prävention und Bewegung ergreifen? Du suchst nach einer Ausbildung, die dir möglichst viele verschiedene Berufschancen eröffnet? Der Studiengang Sport und Ernährung gehört zu den interdisziplinären Masterstudiengängen und bietet damit ein sehr junges, aber auch breites Feld an beruflichen Möglichkeiten. Von einer spannenden Forschungstätigkeit über eine leitende Funktion in einer Klinik bis hin zu einer Beraterfunktion in der Gesundheitsförderung ist vieles denkbar. Namhafte Fußballclubs und Hochleistungssportler haben schon lange entsprechende Berater im Einsatz, die wohl als Pioniere für diesen Studiengang zu sehen sind. Da der Studiengang Sport und Ernährung noch relativ neu ist, gibt es noch leicht unterschiedliche Auffassungen über diesen Masterstudiengang. In der Regel richten sie ihre Angebote aber an Absolventen von Studiengängen wie „Bewegung und Gesundheit“ oder „Sportwissenschaft“.

Themen dieser Seite:

Welche Voraussetzungen verlangt werden

Die TU in München richtet ihr Angebot vor allem an die Studierenden der Studiengänge „Wissenschaftliche Grundlagen des Sports“ und „Sportwissenschaften“. Andere Hochschulen sehen das ähnlich und bieten den Studiengang Sport und Ernährung als Masterstudiengang an, für den bereits ein abgeschlossenes Studium aus den Bereichen Sport, Ernährung, Sportwissenschaft oder Bewegung & Gesundheit als Zulassungsvoraussetzung notwendig ist.

Die Uni Halle verlangt den Nachweis über einen Abschluss im Bachelor-Studiengang Sportwissenschaft  oder einen vergleichbaren Abschluss mit einer Note von mindestens 2,5. Zudem sind Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Fächern wie Biochemie oder Ernährungswissenschaft notwendig, um die fachspezifischen Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen.

Du erfährst auf den Seiten der Uni Halle oder der TU München mehr über die aktuell geltenden Zulassungsvoraussetzungen für diesen Masterstudiengang.

Studieninhalte

Der Masterstudiengang Sport und Ernährung soll dir vertiefte Kompetenzen in der Humanernährung, der Pathogenese ernährungsbedingter Krankheiten und der Ernährungsphysiologie vermitteln. Fundierte Kenntnisse aus dem sportmedizinischen Bereich und in der sportpsychologischen Diagnostik werden ebenfalls vermittelt. Eine anwendungsorientiere Forschungstätigkeit ist das erklärte Ziel dieses Studiengangs, mit dem du im Aufgabenkomplex Sport, Ernährung, Leistungsoptimierung und Gesundheit tätig werden kannst.

Schwerpunkte und Fächer

Die Regelstudienzeit für diesen Studiengang beträgt vier Semester und die Inhalte werden aus Modulen der Sportwissenschaft und der Ernährungswissenschaft zusammengestellt. Ein Fachpraktikum und eine Masterarbeit schließen die Ausbildung ab. Hier eine Übersicht über die Schwerpunkte des Masterstudiengangs Sport und Ernährung im ernährungswissenschaftlichen Bereich:

  • Ernährungsphysiologie
  • Humanernährung
  • Spezielle Biochemie und Pathobiochemie der Ernährung
  • Pathogenese ernährungsbedingter Erkrankungen und Pathophysiologie

Beim Thema Sportwissenschaft bilden folgende Themen die Schwerpunkte:

  • Optimierung der sportlichen Leistung
  • Methoden und Verfahren der Diagnostik aus trainingswissenschaftlicher und sportmedizinischer Perspektive
  • Sportpsychologische Verfahren zur Regulation der Motivation

Universitäten mit dem Studiengang

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gehört zu den Pionieren und bietet den interdisziplinären Studiengang als erste in Deutschland bereits seit 2008 an. Die Universität reagierte damit auf einen Aufruf der WHO, die ihre Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert hatte, Strategien zu entwickeln, die sich mit dem Themen Lebensstil und Ernährung beschäftigen. Den Hintergrund dafür bilden die weltweit zunehmende Übergewichtigkeit und das damit verbundene Wachstum der Zivilisationskrankheiten.
Die Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der TU München bietet einen Masterstudiengang namens „Bewegung und Gesundheit – Diagnostik, Prävention und Intervention in der Lebensspanne“ an. Ihr Konzept lehnen die Münchner an internationale Vorbilder an, wie sie beispielsweise in Maastricht oder Basel angeboten werden. Wichtig ist beiden Universitäten der Bezug zur Praxis, damit mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiengangs eine unmittelbare Berufsbefähigung einher geht.

Berufsaussichten

Interdisziplinäre Studiengänge sollen den jüngeren Erkenntnissen in vielen Bereichen Rechnung tragen. Ein Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Themen bringt neue Denkansätze und Möglichkeiten. Der Studiengang Sport und Ernährung ist ein gutes Beispiel dafür, denn mit einem fundierten Wissen aus beiden Bereichen, das bereits innerhalb des Studium verknüpft wird, ergeben sich völlig neue Berufsaussichten. Die TU in München sieht ihre Absolventen später vor allem in Führungs- und Leitungspositionen in allen Bereichen, die mit Gesundheit und Sport zu tun haben. Hier eine kleine Auswahl der Möglichkeiten:

  • Förderung der Kindergesundheit in Schulen oder Kindergärten
  • Koordinationsfunktionen bei verschiedenen Trägern wie beispielsweise Volkshochschulen
  • Beraterfunktion in einem Ministerium, bei Behörden, in Ausschüssen, im Robert Koch-Institut oder bei Stiftungen
  • Leitungsfunktionen in Kliniken, Reha-Zentren oder Pflegeeinrichtungen auf der mittleren Ebene
  • Funktion als Berater für Verbände, Vereine oder Krankenkassen
  • Forschungstätigkeiten an Universitäten oder bei wissenschaftlichen Instituten

Da die moderne Medizin erst seit einigen Jahrzehnten konkrete Zusammenhänge zwischen der Lebensweise und der Gesundheit herstellen kann, gibt es noch wenig konkrete Berufsbezeichnungen für eine interdisziplinäre Tätigkeit in den Bereichen Sport und Ernährung. Allerdings lässt sich mit Sicherheit sagen, dass vertiefte Kompetenzen aus beiden Bereichen in den kommenden Jahrzehnten immer stärker gefragt sein werden und es damit gute bis sehr gute Zukunftsaussichten für Absolventen des Masterstudiengangs Sport und Ernährung gibt.

Fazit

Der Masterstudiengang Sport und Ernährung wird nur an wenigen Universitäten in Deutschland angeboten. Der interdisziplinäre Studiengang ist noch vergleichsweise neu und konkrete Berufsaussichten gibt es noch nicht. Trotzdem gehen Experten davon aus, dass die zusammenhängenden Themen Sport und Ernährung in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen und in den nächsten Jahren ein deutliches Plus bei der Nachfrage nach diesem Abschluss zu erwarten ist. Wenn dein Interesse also den Zusammenhängen von Lebensstil, Ernährung und Gesundheit gilt, bist du hier genau richtig.