Schülerstudium: Vor dem Abi studieren – Macht das Sinn?

Rund 70 bis 100 Schüler sind jedes Semester an der Universität Köln als Studenten angemeldet. Dies berichtet ein interessanter Artikel der rp online, den du hier nachlesen kannst. In ganz Deutschland öffnen immer mehr Universitäten ihre Pforten für begabte und leistungsstarke Schüler, die das Abi noch nicht absolviert haben. Wir haben uns gefragt: „Was bringt so ein Schülerstudium genau und macht das wirklich Sinn?“.  Hier erfährst du mehr rund um das Studium vor dem Abi.

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Vorteile: Das spricht für ein Schülerstudium

Durch das Schüler- oder auch Juniorstudium können deutsche Schüler seit einigen Jahren etwas „Uni-Luft“ schnuppern. An dieser Stelle möchten wir dir die Schokoladenseiten des Mikrokosmos Uni für Schüler näherbringen.

Berufsorientierung

Mit dem Schülerstudium kannst du schon sehr früh ausprobieren, welche Fachrichtung dir wirklich liegt. Vielleicht macht dir der gewählte Studiengang auf Anhieb Spaß. Oder aber, du stellst fest: „Das ist wohl doch nichts für mich.“ In beiden Fällen hast du den anderen Schülern etwas voraus. Denn nur durch Ausprobieren kann sich dein Berufswunsch konkretisieren bzw. verstärken. Je früher du damit beginnst, umso schneller gelingt der Einstieg in das Berufsleben.

Lernen lernen

An der Uni weht ein anderer Wind, als du es von der Schule gewohnt bist. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, wann er bzw. sie welche Kurse belegen und abschließen möchte. Eigenverantwortliches Lernen und Selbstorganisation sind hier zwingend nötig. Als Schüler kannst du dich langsam an das Studentenleben herantasten. Die dabei gemachten Erfahrungen können dich beim Lernen für das Abi unterstützen. Im Idealfall fällt dir das Lernen leichter, als deinen Klassenkameraden und du kannst den Stoff besser einschätzen, als zuvor. Die meisten Uni-Professoren nutzen sogenannte Lernplattformen. Sofern du das noch nicht vom Schulunterricht kennst, wirst du während deines Schülerstudiums lernen, damit umzugehen. Auch das kann später von Vorteil sein.

Anrechenbare Scheine

Als Schülerstudent bist du nicht eingeschrieben. Trotzdem kannst du dir die erfolgreich absolvierten Kurse später anrechnen lassen. Das bedeutet also: Du sparst im späteren Studium Zeit und hast deinen Abschluss früher in der Tasche.  

Studienbeitragsfrei an die Uni

Wie bereits erwähnt, bist du als Schülerstudent nicht eingeschrieben („inskribiert“). Das heißt aber auch, dass du keine Studiengebühren bezahlen musst. Du kannst ganz ohne Risiko ausprobieren, ob dir das Studieren überhaupt liegt.

Studienbetrieb kennen lernen

Uni-Studenten müssen sich selbst organisieren. Dazu sollte man die Abläufe und Gepflogenheiten auf der Uni kennen. Als Neuling ist es normal, erst einmal keinen Durchblick zu haben. Je früher du dich in den Studienbetrieb einlebst, umso leichter wird dir dein Studentenleben später fallen. Während deines Schülerstudiums wirst du dich zum Beispiel mit folgenden Themen auseinandersetzen: Bildung von Seminargruppen, Prüfungsablauf, Lerngruppen, modularer Studienaufbau usw.

Kontakte knüpfen

Egal, ob du dich eher als Einzelkämpfer oder Gruppentierchen siehst: Als Student brauchst du gute Kontakte, um langfristig erfolgreich zu sein. Spätestens vor der ersten, großen Prüfung sind solche Kontakte von Vorteil. Vielleicht hast du eine unvollständige Mitschrift, weil du öfter krank oder verhindert warst. Dann benötigst du so viele gute Informationsquellen, wie möglich. Je früher du damit beginnst, dich mit Kommilitonen auszutauschen, umso besser für dich. Auch dieser Punkt kann dir das Weiterstudieren nach dem Abi erleichtern.

Du entscheidest

…und zwar über so ziemlich alles, was dein Studium betrifft. Weil die meisten Uni-Studiengänge recht flexibel sind, kannst du dir deine Zeit selbst einteilen. Somit ist es durchaus zu schaffen, neben dem Studium in die Schule zu gehen und das Abi zu meistern.

Schülerstudium – die Kontrapunkte

Wie alles im Leben, hat natürlich auch das Schülerstudium seine Schattenseiten. Welche das genau sind, kannst du hier nachlesen.

Doppelbelastung

Neben der Schule zu studieren, bedeutet einen zusätzlichen Aufwand für dich. Einerseits musst du mehrere Stunden pro Woche an der Uni verbringen. Andererseits werden Arbeitsaufträge und vielleicht sogar Prüfungsvorbereitungen auf dich zukommen. Du wirst lernen müssen, wie du dir deine Zeit optimal einteilen kannst. Ohne gutes Zeitmanagement geht gar nichts. Deine Eltern helfen dir aber bestimmt dabei, die Uni-Stunden einzuteilen und dich für Kurse anzumelden.

Unterricht versäumen

Wenn du einen Kurs belegen möchtest, der nur vormittags abgehalten wird, ist eine Beurlaubung vom Unterricht nötig. In diesem Fall ersetzt die Vorlesung, das Seminar oder die Übung an der Uni deinen Schulunterricht und gilt als Schulveranstaltung. Du musst dein Fernbleiben vom Unterricht also im Normalfall nicht entschuldigen. Eine Absprache mit dem Lehrer ist trotzdem notwendig. Zwar verursacht das Uni-Studium keine Schul-Minusstunden. Dennoch wirst du so manches versäumen, das du in Eigenregie nachholen musst. Rechne aber auch hier mit kräftiger Unterstützung seitens deiner Lehrer.

Weniger Freizeit

Wer sich neben der Schule weiterbildet, hat weniger Freizeit. Viele Schüler unterschätzen den zusätzlichen Aufwand durch das Studium und sind nach einiger Zeit frustriert oder ständig müde. Du hast zu wenig Freizeit? Wenn dir das Studium wichtig ist, kannst du andere Aktivitäten oder Kurse stilllegen, um für ein wenig Entlastung zu sorgen.

Fazit: Ab zur Studienberatungsstelle

Zusammenfassend, stellen wir fest: Ein Schülerstudium macht auf jeden Fall Sinn. Einerseits kostet es Zeit und bedeutet zusätzlichen Aufwand für dich. Andererseits überwiegen die Vorteile und mit einem guten Zeitmanagement stellt das Studium keine allzu große Belastung für dich dar.

Da du diesen Artikel nun fast bis zum Ende durchgelesen hast, bist du wohl an einem Schülerstudium interessiert. Wir raten dir: Informiere dich bei der zuständigen Studienberatungsstelle in deiner Nähe.

Alle relevanten Adressen findest du hier: Studienberatungsstelle.

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