Empirische Forschung | induktive und deduktive Argumentation, Analysen & Recherchen

Eine Studentin schreibt ihre wissenschaftliche Arbeit unter Einbezug empirischer Forschung

Im Studium erwarten Dich bekanntlich zahlreiche neue und zum Teil auch sehr anspruchsvolle Herausforderungen – und das gilt ganz besonders in Bezug auf die Abschlussarbeit (egal ob Bachelor, Master oder auch das Staatsexamen). Denn neben der Auswahl des Thesis-Themas, der passenden Forschungsmethode und der bestmöglichen Herangehensweise, musst Du dich darüber hinaus auch mit zahlreichen Fachbegriffen vertraut machen. Wie funktioniert beispielsweise eine empirische Forschung? Was gibt es dabei alles zu beachten? Worin liegt der Unterschied zwischen der induktiven und der deduktiven Argumentation? Wie wählt man die richtige Forschungsmethode? Und sollte sie qualitativ oder vielleicht doch besser quantitativ sein?

Wenn es um die Abschlussarbeit geht, herrscht bei vielen Studenten häufig ein ähnlich hohes Maß an Unsicherheit und Nervosität, wie zu Beginn des Studiums – denn trotz intensiver Vorbereitung stößt man immer wieder auf spezielle Fachbegriffe und Bezeichnungen, die man unter Umständen vorher noch nie gehört hat – und das sogar noch nach drei oder gar vier Jahre an der Uni. Gleich zu Beginn der Vorbereitungen auf die Abschlussarbeit stellt sich beispielsweise die Frage nach der richtigen Forschungsmethode, um der Thesis einen möglichst hohen wissenschaftlichen Mehrwert zu verleihen. Aber was ist hierbei denn eigentlich die erfolgversprechendste Herangehensweise?

Grundsätzlich stehen Dir verschiedene Methoden zur Auswahl – abhängig von dem gewählten Fachgebiet und dem Thesis-Thema beziehungsweise der damit verbundenen Forschungsfrage: die klassische Umfrage, verschiedene Literaturarbeiten, eine qualitative oder quantitative Inhalts- respektive Forschungsanalyse, ein Fachinterview mit einem Experten, die ausführliche Beobachtung, ein thematisch passendes Experiment (samt Fallstudie), eine Gruppendiskussion oder eine sogenannte Diskursanalyse. Und da alle der genannten Methoden sowohl Vor-, als auch gewisse Nachteile mit sich bringen können, solltest Du dir bei der Auswahl der Forschungsmethode optimalerweise ausreichend Zeit nehmen und die verschiedenen Herangehensweisen in Ruhe miteinander vergleichen.

Gut zu wissen: Da der Methodenteil der Thesis wissenschaftlich begründet werden muss, sollte definitiv eine Forschungsmethode gewählt werden, die nicht nur perfekt zu deinem gewählten Thema passt, sondern außerdem auch einen expliziten Mehrwert bietet.

Empirische Forschung – was ist das eigentlich?

Die sogenannte empirische Forschung (vom altgriechischen Wort Empirie abgeleitet, was soviel bedeutet wie [auf] Erfahrung [basierend]) wirst Du höchstwahrscheinlich schon vor der Abschlussarbeit kennenlernen. Dabei handelt es sich einfach gesagt um einen standardisierten und systematisch ablaufenden Prozess, mit dem sich Erkenntnisse über ein bestimmtes Forschungsobjekt gewinnen lassen. Der Fokus liegt jedoch nicht nur ausschließlich auf der theoretischen Beschreibung einer zuvor aufgestellten Theorie, sondern vor allen Dingen auf den auf der Basis von Beobachtungen gezogenen Schlussfolgerungen. Der genaue Ablauf einer empirischen Forschung hängt allerdings von verschiedenen (Teil-)Aspekten ab: welches Problem soll konkret untersucht werden? Gibt es bereits theoretische Hintergrundinfos, die man in die eigene Forschung mit einfließen lassen kann? Und welche Forschungsmethode eignet sich am besten (Umfrage, Interview etc.)?

Induktive und deduktive Argumentation: Worin liegen die Unterschiede?

Bei der Abschlussarbeit geht es – neben der Auswahl der passenden Forschungsmethode – aber natürlich auch um die bestmögliche Vorgehensweise in Bezug auf die Argumentation. Dabei gilt es im ersten Schritt herauszufinden, ob sich dazu eine deduktive oder eine induktive Herangehensweise eignet. Bei der induktiven Forschung stellst Du anhand deiner bisher erlangten Forschungsergebnisse eine eigene Theorie zu dem gewählten Thema auf, während Du bei der deduktiven Argumentation eine bereits bestehende Theorie anhand der eigenen Forschung auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Durchführbarkeit überprüfst. Welche der beiden Herangehensweisen besser geeignet ist, hängt in der Hauptsache von deinem gewählten Thesis-Thema ab.

Tipp: Wenn es bereits schon zahlreiche Theorien zu deinem Thema gibt, kann es unter Umständen besser sein, eine dieser Theorien als Ausgangspunkt zu wählen – und sie dann durch die eigene Forschung zu bestätigen respektive zu widerlegen – als nur eine weitere Theorie zu veröffentlichen.

Qualitative und quantitative Forschungsmethoden: Was passt wann am besten?     

Bevor Du entscheiden kannst, welche Forschungsmethode am besten zu dem Thema deiner Abschlussarbeit passen könnte, musst du im ersten Schritt festlegen, ob Du dabei qualitativ oder quantitativ vorgehen möchtest. Bei der sogenannten qualitativen Forschungsmethode geht es in der Hauptsache darum, neue Erkenntnisse in dem Bereich der gewählten Forschungsfrage zu gewinnen. Dazu konzentriert man sich in der Regel auf die Inhalte der verschiedenen Forschungsbeispiele, um diese dann im nächsten Schritt interpretativ auswerten zu können. Das qualitative Vorgehen eignet sich zum Beispiel für eine induktive Forschung, die das Ziel hat, die gewonnenen Erkenntnisse ausführlich zu beschreiben. Dementsprechend eignen sich unter anderem Interviews, Beobachtungen und Gruppendiskussionen am besten für diese Herangehensweise.

Die quantitative Forschungsmethode, die sich hauptsächlich mit Zahlen, Daten und Fakten beschäftigt und häufig bei einem deduktiven Forschungsansatz verwendet wird, ist hingegen für eine fundierte Theorierecherche unerlässlich – da sich nur so aus einer anfänglichen Fragestellung eine aussagekräftige Hypothese entwickeln lässt. Häufig kommen dazu verschiedene Tests und Experimente zum Einsatz, mit denen die Forschungsergebnisse verifiziert beziehungsweise falsifiziert werden können. Die einfachste und zugleich beliebteste Methode in Bezug auf die quantitative Forschung ist die sogenannte standardisierte Befragung (häufig einfache Multiple-Choice-Fragen) verschiedener Teilnehmer durch eine (Online-)Umfrage. Die spätere statistische Auswertung bietet darüber hinaus den Vorteil, dass die Ergebnisse konkret messbar und vor allen Dingen auch plausibel nachvollziehbar sind.

Fazit: Die richtige Herangehensweise kann die gesamte Thesis beeinflussen

Du solltest bei der Auswahl der zu deiner Forschung passenden Methodik im Optimalfall gleich mehrere Faktoren beachten. Bei einem neu zu erforschenden Thema (in der Regel auch explorative Forschung genannt) eignet sich zumeist ein induktives Vorgehen mit qualitativen Forschungsmethoden, da sich auf diesem Wege am besten neue Aspekte finden lassen, um daraus neue Theorien ableiten zu können. Wenn Du hingegen ein bereits bekanntes Thema genauer untersuchen und die Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen möchtest, empfiehlt sich das deduktive Vorgehensmodell. Auf diesem Wege kannst Du die dafür notwendigen Hypothesen beispielsweise durch standardisierte (Online-)Umfragen oder Interviews ableiten, um so eine repräsentative Aussage bezüglich der Richtigkeit der vorliegenden Forschungsergebnisse zu erzielen.