Ohne Stress zum Eignungstest

Eignungstests sind für Schüler die sich um Ausbildungsplätze bewerben gang und gäbe und werden immer mehr auch nach der Ausbildung oder dem Studium im Berufsleben durchgeführt. Unternehmen wollen unter einer Vielzahl von Bewerbern den am besten geeigneten auswählen. Ob das durch diese Tests tatsächlich leichter wird, darf durchaus angezweifelt werden. Denn nicht alle Aufgaben lassen auf den ersten Blick einen tieferen Sinn erkennen. Trotzdem musst du keine Panik schieben, wenn auch für dich so ein Test angekündigt wird. Mit einer guten Vorbereitung kannst du diesem ganz gelassen entgegen sehen.

Mach dir klar, welche Fähigkeiten in deinem Beruf besonders gefragt sind. Als Zweiradmechaniker sind Rechtschreibung und politisches Wissen nicht so wichtig wie Mathematik, technisches Verständnis und visuelle Vorstellungskraft. Wenn dir bewusst ist, worauf es ankommt, kannst du bei der Vorbereitung Prioritäten setzen. Es kommt bei der Vorbereitung auch kein großes Lernprogramm auf dich zu. Vieles kannst du wie eine Art Wissensquiz spielend lernen und bei manchen Aufgaben bringt dir vielleicht ein AHA Effekt das tiefere Verständnis dafür. Einiges wirst du auch mitbringen, weil du dich ja immerhin für diesen Beruf interessierst. Ein Stubenhocker wird selten Landschaftsgärtner.

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Aufgabentypen – Diese Aufgaben musst du lösen

Je nach Wunschberuf oder Position musst du dich auf Aufgaben zur Allgemeinbildung, der Sprache (Deutsch und Fremdsprache), des logischen Denk- und Konzentrations-vermögen, zum technischen und visuellen Verständnis und mit ziemlich hoher Sicherheit auch auf Matheaufgaben gefasst machen. Für die Vorbereitung kannst du dir verschiedene Bücher kaufen, nach Onlineübungsmöglichkeiten suchen oder dir Mustertests zu genau deinem Beruf besorgen. Ein guter Tipp ist die Software Metier. Hier kannst du zu jedem Beruf Mustertests finden und üben. Kostenlos leider nur einen, aber wenn du investierst, wäre dieses Programm eine super Trainingsmöglichkeit für dich. Apps fürs Smartphone gibt es auch bereits.

Die Antworten werden entweder aus vorgegebenen Möglichkeiten ausgewählt – multiple choice oder in Kästchen eingetragen (z.B. bei Rechenaufgaben). Bei Aufgaben zum visuellen Verständnis wird meist eine Form angekreuzt und bei den Konzentrationsaufgaben werden in Texten Fehler angestrichen oder in Zahlenkombinationen nach vorgegebenen Ziffernfolgen gesucht. Die Auswertung der Tests erfolgt meist mit einer Schablone, daher solltest du dich genau an die Vorgaben halten. Auch was das Korrigieren und Unkenntlich machen von Fehlern angeht. Das wird üblicherweise vor dem Test erklärt und steht auch auf einem extra Hinweisblatt, welches dem Test beiliegt.

Allgemeinbildung – Das wird gefragt

In der Regel kommen in diesem Teil Fragen zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur und Naturwissenschaften. Wer Casanova für eine Nudelsorte und Gauck für eine Kinderwagenmarke hält, hat hier enormen Nachholbedarf und kann zur Vorbereitung auch den Einbürgerungstest zu Rate ziehen. Gerade die Fragen zur Politik sind denen aus dem Einbürgerungstest sehr ähnlich. Bekannte Künstler, die weltweit bekannt sind, können spielerisch in entsprechenden Quizspielen kennengelernt werden. Zum Bereich Naturwissenschaft zählen auch bahnbrechende Entdeckungen und weltbewegende Ereignisse wie die Mondlandung oder die Erfindung des Telefons. Im Normalfall solltest du in der Schule die meisten Fakten gehört haben und musst diese (hoffentlich) nur reaktivieren und dir vielleicht mit der ein oder anderen Eselsbrücke das Lernen erleichtern.

Neben Fragen zur Gesellschaftsordnung an sich und zu gesetzlichen Regelungen rund um die Regierungsbildung, können die Namen von gewesenen und aktuellen hochrangigen Politikern erfragt werden (Bundeskanzler, Bundespräsidenten). Es kann schon sein, dass du Hip Hop für Kultur und SMS von gestern Nacht für Literatur hältst. Die Fragen im Test werden aber vermutlich Bezug auf frühere bekannte Musiker und Literaten nehmen. Wenn dein Interesse diesbezüglich bislang gering war, wird dich die Vorbereitung auf den Test einige Zeit und vielleicht auch Nerven kosten. Es wird dich beruhigen, dass du den Faust nicht auswendig können musst.

Sprachkenntnisse – Aufsätze sind selten gefragt

Wenn es an die Sprachkenntnisse geht, wirst du vermutlich richtig- oder falschgeschriebene Wörter erkennen müssen und entscheiden, in welcher Form ein Satz vollendet werden muss. Sind Fremdsprachen verlangt, gibt es Sätze zu vervollständigen oder Übersetzungen zu machen. Sowohl in Mutter- wie auch Fremdsprache kann es Aufgaben zum Textverständnis geben. Richtig zeitraubend ist es, wenn du aus einem längeren Text die fehlerhaften Worte auslesen sollst. Streiche beim ersten Überfliegen so viel an, wie dir auffällt und widme dich erst anderen Aufgaben. Bleibt dir am Ende noch Zeit, nimm dir den Text nochmal vor. Hier kann Training sehr hilfreich sein und die Lesegeschwindigkeit optimieren.

Möchtest bzw. musst du deine Sprachkenntnisse noch kurzfristig verbessern? Dann denk‘ über eine Sprachreise nach!

Logik und Konzentrationsaufgaben

Das ausgerechnet der Aufgabentyp der absurden Schlussfolgerungen zur Logik und Konzentration gehört, ist kaum zu glauben. Hier sollst du sagen, ob Aussagen stimmen oder nicht, auch wenn die Information, die dir gegeben wird, total hirnrissig ist. Zum Beispiel: Alle Eier essen Würmer, Hasen sind Würmer. Eier Essen Hasen – stimmt – oder stimmt nicht…

Glücklicherweise gibt es auch greifbarere Aufgaben in denen beispielsweise Zahlenfolgen vervollständigt werden oder Beziehungen zwischen Wörtern herzustellen sind. Dieser Bereich ist in jedem Beruf gefragt und sollte daher deine besondere Aufmerksamkeit bekommen. Zahlreiche Übungen dazu findest du kostenlos im Internet. Diese solltest du unter realen Bedingungen, heißt unter Zeitdruck, für den Ernstfall proben.

Technisches Verständnis und visuelle Vorstellung

Bei den Aufgaben zu diesem Thema wird meist mit Bildern gearbeitet. Ein Beispiel dafür wäre ein Zahnradsystem, wo danach gefragt wird, in welche Richtung sich das Zahnrad Nummer sieben links oben dreht, wenn Zahnrad Nummer zwei mittig unten nach links dreht. Gern wird auch ein Flaschenzug oder ein Bild mit Rollen verwendet. Schaltpläne und technische Zeichnungen die es auszuwerten gilt, werden auch ganz gern eingesetzt. Wenn du schon mal die Sendung IQ Test gesehen hast, sind dir die Aufgaben zum visuellen Verständnis vertraut. Es werden Faltpläne von Körpern gezeigt und du sollst erkennen, welcher Körper sich dahinter verbirgt oder schraffierte Flächen mit vier Mustern müssen miteinander verglichen werden. Hierfür muss man schon eine gewisse Begabung haben und es ist keine Frage der Intelligenz, wenn dir diese Übungen nicht liegen.

Mathematikaufgaben sind oft nicht reine Mathematik

Zu berechnen gibt es neben den üblichen Aufgaben auch Formeln aus Wirtschaft (Zinsrechnung) oder Physik. Die wichtigsten Formeln solltest du daher kennen. Ob eine Formelsammlung verwendet werden darf oder nicht, kannst du vorher erfragen. Sicherheitshalber nimm eine mit. Gerade bei den Matheaufgaben und Berechnungen kann sich Horror breit machen, wenn du dich mit entsprechenden Büchern auseinander setzt. Da begegnen dir Aufgabenstellungen, über die sich nur langweilige Physiker Gedanken machen können. Beispiel gefällig? Du hast ein Gefäß mit 12 Litern Wasser, das eine Temperatur von 20 ° C hat. Gießt du 200 ml Wasser mit einer Temperatur von 32 ° C hinzu, hat das Wasser wie viel Grad? Jaha. Sowas kann dir da durchaus begegnen. In den Büchern zumindest. Wir haben keinen gefunden, der so eine Aufgabe tatsächlich mal im Test hatte. Trotzdem: Zinsformel, Kreisumfang und die Formel zur Berechnung des Widerstandes kann man sicherheitshalber lernen.

Tasche packen – Was du nicht vergessen darfst

Steht so ein Test an, steck dir folgende Utensilien ein:

  • Mehrere Kugelschreiber – idealerweise kurz auf Schreibfähigkeit getestet
  • Lineal
  • Geodreieck
  • Winkelmesser
  • Zirkel mit Ersatzminen
  • Bleistifte und Anspitzer
  • Textmarker
  • 2 bis 3 Taschenrechner (es wäre fatal, wenn die Batterie ausgerechnet jetzt … du weißt schon)
  • Tempos, Schweißtuch oder beides (du kennst dich am besten)
  • Traubenzucker oder andere Nervennahrung
  • Formelsammlung
  • Wörterbuch
  • Collegeblock für Nebenrechnungen – wobei dir in der Regel Papier bereit gelegt wird
  • Getränk deiner Wahl – alkoholfrei versteht sich

Wir empfehlen dir, eine Uhr dabei zu haben. Wer weiß, ob du so günstig sitzt, dass du die Uhr, so es denn eine gibt, im Blick hast. Es ist sehr beruhigend zu wissen, wie viel Zeit noch ist bzw. dann, wenn es zeitlich eng wird, dies mitzubekommen und sich auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren. Mit Uhr ist kein Handy gemeint. Ob Formelsammlung und Wörterbuch verwendet werden dürfen, erfährst du rechtzeitig. Gegen einen Taschenrechner wird normalerweise nichts gesagt. Zum Taschenrechner sei uns der Hinweis erlaubt, dass du dich auf ein altbewährtes Modell verlässt. Unbekannte Hightechteile mit dir unbekannten Funktionen bergen das Risiko, dass sich Fehler einschleichen, weil irgendwelche Speichertasten aktiviert sind. Es kann dann sein, dass dein Rechenweg zwar richtig ist, das Ergebnis aber falsch.

Der Ernstfall – ran an den Test

Sitzt du erst vor deinen Aufgaben, musst du dir selber helfen. Wenn dein Arbeitgeber oder die Uni nett ist, geben Sie dir kurze Tipps vorher. Ansonsten berücksichtige einfach unsere Empfehlungen – die sind immer richtig. Arbeite alle Aufgaben der Reihe nach durch. Fällt dir nicht schnell etwas ein, markiere die Aufgabe und mach weiter. Überleg dir, wie wichtig die Thematik für dein Ziel ist und vergib nach der ABC – Analyse die entsprechenden Parameter. (A hohe Priorität – C eher unwichtig – B irgendwas mittendrin) Hast du verschiedenfarbige Textmarker kannst du auch damit arbeiten. Wenn die aus deiner Sicht leichten Übungen absolviert sind, geh die schwierigen nochmal durch. Zuerst die, denen du ein A zugewiesen hast. Bleibt dir dann noch Zeit, löse die der Kategorie B und  dann die übrigen. So garantierst du dir selbst, dass du so viele Aufgaben wie möglich schaffst und vor allem die wichtigsten Themen auch lieferst. Bist du dir unsicher oder verstehst eine Aufgabe nicht, überspringe die erstmal. Vielleicht wird sie dir klarer, wenn sich die erste Aufregung gelegt hat.

Trage deine Lösungen gleich an den dafür vorgesehenen Stellen ein. Wenn die Zeit am Ende nicht reicht, hast du zwar vielleicht alles richtig, aber es wird nicht gewertet, weil es nicht durch die Kontrollschablone erkennbar ist. Kontrollieren und Korrigieren kannst du dann, wenn dir noch Zeit bleibt. Im Zeitalter von Smartphones, Tablets und PC-s hat die Lesbarkeit von Handschriften deutlich nachgelassen. In Prüfungen und Einstellungstests musst du so schreiben, dass es lesbar ist. Bei einem einfachen Kreuz sollte das keine größere Herausforderung sein, doch schon bei Zahlen kann das Dilemma losgehen. Also achte hier besonders darauf, dass die Ziffern deutlich erkennbar sind.

Test Digital – Test am PC

Vielleicht bleibt dir die „Handschreibarbeit“ ohnehin erspart und du absolvierst den Test digital. Auch das ist inzwischen möglich und wird von Firmen und Institutionen gern genutzt, weil die Auswertung direkt vorliegt und weder Personal noch Zeit erfordert. Hier greifen unsere Tipps leider nicht alle. Schon das Überspringen von Aufgaben kann unter Umständen schwierig sein und fehlende Ergebnisse werden als Fehler gewertet. Dafür fallen in der Regel extrem aufwendige und schwierige Berechnungen meist weg. Informier dich am besten rechtzeitig vor dem Test, in welcher Form dieser abgefragt wird.

Übung macht den Meister heißt es. Das gilt auch für Einstellungstests. War doch beim Führerschein auch schon so, dass du je mehr Fragebögen du geübt hast, desto schneller wusstest du, in welche Richtung die Aufgabe geht. So ist das bei diesen Tests auch. Wirklich gute Übungsmöglichkeiten bietet dir der Ausbildungspark an.

Web-Links zum Thema

>> Einstellungstest-Trainer bei Metier

>> FOCUS Online: Den Ernstfall trainieren

>> Süddeutsche Zeitung: Einstellungstest – was Bewerber wissen müssen