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Nach dem Abitur eine Youtube-Karriere starten?

Nach dem Abi stellt sich die Frage: „Tja und was nun?“. Während manche eine Ausbildung starten oder sich in ein Studium vertiefen, zieht es andere bereits sehr früh zum Unternehmertum. Selbständig machen ohne großes Startkapital und mit kaum Erfahrung – geht das denn überhaupt? Das Internet gibt nicht nur Auskunft zu diesem Thema, sondern ist selbst zur Antwort geworden. Denn auf viele junge Erwachsene der Generation Web 2.0 übt das Geldverdienen im Internet eine unbändige Faszination aus. Die großen YouTube-Stars machen’s vor: Es braucht heute keinen Doktortitel und auch keinen Lotto-6er mehr, um reich zu werden. Wie realistisch der YouTube-Erfolg denn nun wirklich ist und womit YouTuber ihr Geld verdienen, diese Mysterien möchten wir heute lüften.

Inhalt dieser Seite:

Ist es okay, mit YouTube-Videos Geld zu verdienen?

Zuerst stellt sich natürlich einmal die Frage nach der moralischen Vertretbarkeit. Die ganz großen YouTuber, wie zum Beispiel Gronkh, finden es nicht nur okay mit YouTube den einen oder anderen Euro zu verdienen. Indem sie das tun, was ihnen am besten liegt, erarbeiten sie sich jährlich bis zu mehreren Millionen Euro. Trotzdem stellt sich die Frage: Ist das wirklich in Ordnung?

Monetarisieren = Professionalisieren

Grundsätzlich sollte man zwischen Videos mit Mehrwert und Kanälen, mit denen jemand nur schnell Geld machen will, unterscheiden. Wenn du bereit bist, deinen Zuschauern etwas zu bieten und sie mit Unterhaltung oder wertvollen Informationen zu versorgen, dann darfst du dafür natürlich eine gewisse Gegenleistung erwarten. Sei es, dass man akzeptiert, dass du dich durch Werbeinnahmen finanzierst oder dich auf andere Art unterstützt. Denn: Monetarisierung bedeutet auch, dass du professioneller arbeiten und eine bessere Qualität abliefern kannst. Hobbymäßig betriebene YouTube-Kanäle haben meist längst nicht so viel zu bieten wie professionelle Kanäle.

Es gibt immer was zu tun

„Aber YouTube-Videos zu machen ist doch eigentlich keine Arbeit!“ – ein Argument, das du vielleicht auch schon einmal zu hören bekommen hast. Tatsächlich steckt sogar eine Menge Arbeit dahinter: Video- und Kanalkonzepte erstellen, das Equipment einrichten und bedienen, der Videodreh selbst, gefolgt von Nachbearbeitung, Schnitt und dem Einpflegen der Videos in Kanäle und externe Webseiten. Wenn gerade sonst nichts los ist, heißt es Kommentare durchlesen, neue Inspirationen holen und zwischendurch einen Blick auf die Finanzen werfen.

Macht ein YouTuber einen guten Job und kann sich etwas dazu verdienen oder sogar davon leben, dann hat er oder sie sich das in der Regel mehr als verdient.

Wie kann man mit YouTube Geld verdienen?

Um mit YouTube überhaupt Geld zu verdienen, musst du zuerst einmal einen interessanten Kanal aufbauen. Ohne Stamm-Zuschauer, die deinen Kanal abonniert haben, geht gar nichts. Sobald du mit deinen Videos aber mehrere Tausend Klicks pro Monat erhältst, wird es interessant. Dann ist es an der Zeit, über die Monetarisierung deines Kanals nachzudenken. Mit Monetarisierung ist der Vorgang gemeint, bei dem du die vielen Klicks pro Monat zu Geld machen kannst. Dazu baut man am besten auf mehrere Standbeine. Diese könnten sein:

YouTube-Partnerprogramm

Die meisten bekannten YouTuber wie Y-Titty oder freshtorge sind Teil des  YouTube Partnerprogramms. Und das funktioniert so: Wenn man sich für das Partnerprogramm anmeldet, werden die eigenen Videos mit Werbung versehen. Damit sind die kurzen Werbeclips, die man öfters vor dem eigentlichen Video sieht, gemeint. Je öfter nun dein Video angeklickt und die Werbung gezeigt wird, umso größer sind deine Einnahmen.

Obwohl das YouTube Partnerprogramm vor längerer Zeit nur für große und erfolgreiche Kanäle gedacht war, ist es heute übrigens für jedermann zugänglich. Richtig nützlich ist es aber weiterhin nur für Kanäle, deren Videos sehr häufig angeklickt werden.

YouTube und AdSense

Damit nun auch tatsächlich Geld fließen kann, musst du das YouTube-Konto mit AdSense verknüpfen. Den AdSense Account kannst du in wenigen, einfachen Schritten konfigurieren.

Affiliate Links

Eine der besten und einfachsten Möglichkeiten, im Internet Geld zu verdienen, sind die Affiliate Links. Dabei handelt es sich eigentlich um nichts anderes, als Partnerprogramme, die dem YouTube Partnerprogramm nicht unähnlich sind. Der Unterschied: Während YouTube dich für die Klicks auf ein Video bezahlt, erhältst du bei anderen Partner- bzw. Affiliateprogrammen einen bestimmten Betrag pro Verkauf eines Artikels.

Product Placement und Sponsoring

Erfolgreiche YouTuber verbessern ihr Einkommen mit Product Placement (dt.: Produktplatzierungen). Das funktioniert so: Ein Produkt wird geschickt in das Video mit eingebunden. Zum Beispiel könnte der YouTuber eine Coca Cola trinken oder ein Adidas-Shirt tragen. Eine weitere Möglichkeit wäre, eine Veranstaltung zu besuchen und ein Bericht-Video darüber zu drehen. Viele YouTuber berichten über Videospiele und erhalten dafür Geld. Andere bewerben Kosmetikprodukte, indem sie diese in die Kamera halten und über ihre Erfahrungen damit berichten. All diese Möglichkeiten haben eines gemeinsam: Damit macht der YouTuber Werbung für eine bestimmte Marke bzw. ein Produkt und erhält Geld vom Markeneigentümer.

Achtung! Wer nicht erkenntlich macht, dass es sich um eine Produktplatzierung handelt, macht sich der Schleichwerbung strafbar. Ein entsprechender Vermerk unter und im Video muss daher sein .

Erfreuen sich die Videos eines YouTubers hoher Beliebtheit, erhält er möglicherweise die Chance auf ein Sponsoring. Das bedeutet, dass Unternehmen an ihn herantreten und ihn bitten, ihre Produkte direkt im Video zu bewerben. Der YouTuber könnte dann zum Beispiel am Ende eines Videos über ein Spezialangebot des Sponsors sprechen und seine Besucher darauf aufmerksam machen. Noch wirksamer wird diese Art der Werbung, wenn man direkt im Video oder in der Videobeschreibung einen Link zum beworbenen Produkt setzt. Als Gegenleistung genießt man dann mehr oder weniger großzügige Geldspritzen vom Sponsor.

Spenden durch Patreon

Einen mittelgroßen Kanal mit professionellen Videos zu versorgen, kann ganz schön kostspielig sein. Die Funding-Plattform Patreon hat genau dieses Problem thematisiert und richtet sich an die Zuschauer selbst. Dort kannst du als YouTuber ein Konto erstellen und deinen Kanal vorstellen. Nimmt man entsprechende Einstellungen vor, werden die geposteten Videos sogar im Patreon-Auftritt angezeigt. Wer möchte, kann dich unterstützen und einen monatlichen Betrag festlegen, den er dir auf dein Konto überweist – eine Art Ausgleich für das Zur Verfügung stellen deiner Videos also. Als Dankeschön erhalten die Spender (auch „Patreons“ genannt) kleine Errungenschaften. Diese Achievements oder „Medaillen“ sind eine Art digitale Anerkennung für Unterstützungsleistungen und scheinen im Konto jedes Patreons auf. Wer gerne gibt und etwas Geld übrig hat, kann seine Lieblings-YouTuber so unterstützen und Achievements sammeln.

Womit verdient man am besten?

Leider halten die YouTuber sich mit Aussagen über ihre Werbeeinnahmen ziemlich zurück. Im Interview mit dem Bayrischen Rundfunkt hat Stefan Steuer aber zumindest bekannt gegeben, dass seiner Erfahrung nach die Klick-Einnahmen (also Einnahmen via YouTube Partnerprogramm) rund ein Drittel der durchschnittlichen Einnahmen eines YouTubers ausmachen. Der Rest setzt sich aus Produkt Placement, Sponsoring, Patreon-Spenden und Affiliate-Links zusammen. Hinzu kommen Kooperationen mit großen TV-Sendern, entsprechende TV-Auftritte oder gar eigene Shows.

Jede dieser Komponenten kann – über das Jahr betrachtet – stark schwanken. Daher ist es wohl die beste Idee, als YouTuber möglichst viele verschiedene Einnahmequellen aufzubauen.

Wie groß ist der Arbeitseinsatz?

Du kannst so viel Zeit investieren, wie du möchtest. In der Realität macht es Sinn, das „YouTuben“ erst einmal hobbymäßig – vielleicht 10 Stunden pro Woche – zu betreiben. Jahre später, wenn sich erste Erfolge anbahnen, kann man den Umstieg zur Selbständigkeit wagen. Mit zunehmender Präsenz werden auch andere Medien auf dich aufmerksam, was mehr Workload bedeutet. Der „Let’s Play- Papst“ Gronkh persönlich investiert vermutlich mindestens 40-50 Stunden pro Woche in seine Projekte. Demensprechend groß ist aber auch sein Jahreseinkommen. Als selbständiger Vollzeit-YouTuber hast du die Zügel aber letztlich selbst in der Hand und kannst entscheiden, wie viel Zeit du investieren möchtest. Fest steht: Von einem tollen Video kann man zwar jahrelang profitieren. Aber trotzdem wird der Erfolg nicht lange anhalten, wenn man sich auf den hart erkämpften Lorbeeren ausrastet und Däumchen dreht.

Der Schlüssel zum Erfolg: YouTube-Netzwerke

Ein erfolgreicher YouTuber kommt selten allein. Seit Kurzem sind die ganz Großen dazu übergegangen, sich in Netzwerken zu organisieren. Durch gegenseitige Gastauftritte und mehr treiben sie einander voran. Darüber hinaus bekommt man als Teil des Netzwerks Tutorials, Anleitungen und andere Tipps geboten. Die „Spielregeln“ für die  Zusammenarbeit werden in einem Vertrag fixiert, den man bei Eintritt in das Netzwerk unterschreiben muss. Wer seine Einnahmen maximieren und eine möglichst große Reichweite erzielen möchte, hat als Einzelkämpfer im YouTube-Universum kaum noch Chancen. Professionelle Kanalbetreiber mit ernsthaften Gewinnabsichten sind früher oder später auf den Zusammenschluss mit einem Netzwerk aus.

Achtung! Gewerbeschein erforderlich

Sobald du mit deinem Internetauftritt bzw. deinen YouTube-Videos Gewinne erzielen möchtest, musst du dies beim Gewerbeamt melden. Es zählt also nicht der Zeitpunkt, ab dem du tatsächlich etwas verdienst. Die Gewinnabsicht (Setzen von Affiliate-Links, Freischaltung für das YouTube Partnerprogramm) alleine ist ausschlaggebend dafür. Aber keine Sorge, die Gewerbeanmeldung ist in der Regel nicht sehr kompliziert und vorerst nur mit geringen Kosten verbunden. Für die Anmeldung in Deutschland benötigst du:

  • Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebescheinigung
  • 20 € (Gebühren)
  • Eine Gewerbebezeichnung

In manchen Fällen werden weitere Dokumente verlangt. Die Gewerbebezeichnung kann „Handelsagent“ oder „Ankündigungsgewerbe“ (in Österreich) oder ähnlich lauten. Für genauere Informationen, wende dich bitte an die örtlichen Behörden. Außerdem solltest du deine Tätigkeit auch beim Finanzamt melden. Deine Einkünfte sowie die Ausgaben, die aus dem Online-Geschäft entstehen, müssen nämlich per Buchhaltung festgehalten und zur Ermittlung der Einkommensteuer dem Finanzamt bekannt gegeben werden.

Tipp: In manchen Ländern kann das Gewerbe via Online-Antrag schnell und unkompliziert angemeldet werden.

Davon leben?

Weltweit verdienen die 1000 größten YouTube-Channelbetreiber im Durchschnitt 23.000 $ im Monat. Allerdings relativiert sich diese Zahl sehr schnell, wenn man bedenkt, dass es sich dabei großteils um Kanäle in englischer Sprache handelt. Als deutscher YouTuber musst du mit einer wesentlich geringeren Reichweite rechnen. Warum? Weil – global betrachtet – weit weniger Menschen deutsche Suchbegriffe recherchieren, als englische. Das gilt sowohl für Google, als auch für YouTube.

Mittlerweile ist es aber so, dass auch deutschsprachige YouTube-Kanäle mit weniger Views Geld verdienen können. Um halbwegs erfolgreich zu sein, braucht man

  • Ein Nischenthema, das unterhaltsam ist oder Probleme löst
  • Umfassendes Wissen in diesem Themengebiet
  • Einen langen Atem
  • Technisches Know How (Schnitt, Grafikdesign usw.)
  • Die richtige Monetarisierungsstrategie
  • Ein Branding, das heißt: einen unverwechselbaren Auftritt und originelles Kanal-Design
  • Ein wenig Startkapital, um gutes Equipment zu kaufen
  • Selbstbewusstes Auftreten vor der Kamera
  • Unternehmerischen Ehrgeiz
  • Junges Denken und Kreativität (gilt besonders für Entertainment-Kanäle)

Das verdient man per YouTube Partnerprogramm

Was das YouTube Partnerprogramm betrifft, verdienst du rund 1 € pro 1000 Klicks. Das klingt nach sehr wenig Geld, nicht wahr? Allerdings nur, wenn dein Kanal nicht sehr beliebt ist. Hast du viele interessante Videos, die auch längere Zeit aktuell bleiben, steigt dein Einkommen. Laut verschiedener Quellen verdient einer der erfolgreicheren YouTube-Kanäle mit mehr als 30 Millionen Views rund 30.000 €pro Monat. Dieser Betrag schwankt allerdings stark und hängt von saisonalen Ereignissen wie z.B. Weihnachten ab.

Individuell unterschiedlich: sonstige Einnahmequellen

Wie viel man mit einem Product Placement verdient, hängt von den eigenen Verhandlungskünsten und dem Hersteller ab. Daher gibt es hier keine Pauschalwerte, an denen man sich orientieren könnte. Mit einer entsprechenden Reichweite kannst du dir damit aber sicher ein nettes Taschengeld dazu verdienen. Variabel sind auch die Einkünfte bei Selbstvermarktung und Affliate Marketing.

Existenzgründung via YouTube: ein Langzeitprojekt

Von einem YouTube-Kanal leben zu können, gelingt sicher nicht über Nacht. Wie jedes andere Online-Business, erfordert es erst einmal eine Menge an Vorarbeit. Wer langfristig gesehen mit YouTube seine Brötchen verdienen möchte, sollte das also erst einmal nebenberuflich oder als Hobby probieren. Ist die Zielgruppe gefunden und steigen die View-Zahlen, heißt es: dranbleiben! Zuerst kann man sich als Ziel setzen, ein paar Hundert Euro pro Monat dazuzuverdienen und sich mehrere Stunden pro Woche mit dem Produzieren neuer Videos zu befassen.

Mit YouTube reich werden – Traum oder Realität?

Ob man mit YouTube nicht nur den Lebensunterhalt verdienen, sondern sogar „reich“ werden kann, hängt von der Beliebtheit des Kanals ab. Zahlreiche prominente Beispiele wie der bereits erwähnte Gronkh, sowie Sarazar, Y-Titty oder PewDiePie zeigen: Ja, man kann mit YouTube gut verdienen. Dahinter stecken aber in jedem Fall jede Menge Arbeit, Know-How, gute Kontakte (YouTube-Netzwerke) und ein gewisses Durchhaltevermögen. Schnell mal ein paar Let‘s Plays zu drehen und dann darauf zu warten, dass der Kanal zum Selbstläufer wird, ist jedenfalls keine erfolgversprechende Strategie.

Fazit: Alles ist möglich, wenn du alles dafür gibst

Zahlreiche erfolgreiche YouTuber zeigen, dass man tatsächlich von den Werbeeinnahmen  aus YouTube-Videos leben kann. Manche werden auf diesem Weg innerhalb weniger Jahre zu Millionären. Um diesen Status zu erreichen, braucht es allerdings eine Menge an Arbeit. Denn im Internet, gilt – wie auch überall sonst – das Prinzip: ohne Fleiß kein Preis. Wer auf der Suche nach dem schnellen Geld ist, hat mit YouTube wohl ähnlich gute Chancen wie mit einem Lotterie-Los. Sicher ist jedoch, dass man sich mit etwas Ausdauer und Kreativität durchaus einen netten Nebenverdienst erarbeiten kann. Wer dran bleibt und aus der Masse hervor sticht, macht sein Hobby vielleicht irgendwann zum Hauptberuf. Abschließend empfehlen wir dir an dieser Stelle noch einmal: Verlass dich nicht von Anfang an darauf, viel Geld mit YouTube zu verdienen. Baue dir deinen Kanal als Hobby neben deinem Job auf. Damit entfällt der Druck, sofort 1000 € oder mehr pro Monat verdienen zu müssen und deine Kreativität kann sich freier entfalten. Läuft es gut, kannst du dein Hobby ausweiten und deinen anderen Job nur noch halbtags ausüben. In jedem Fall wünschen wir dir viel Erfolg und einen langen Atem für deinen ersten YouTube-Kanal!

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