Ausbildungsberufe im Profil: Elektroniker/-in

Elektriker und Azubi bringen eine Steckdose an

Du bist an Technik interessiert und auf der Suche nach einem abwechslungsreichem und vielseitigem Ausbildungsplatz? Dann ist eine Ausbildung als Elektroniker/-in genau das Richtige für dich! Je nachdem für welche Ausbildungsrichtung du dich entscheidest, wirst du während der Ausbildung Anlagen und Geräte montieren, installieren, warten oder reparieren, richtest Stromversorgungen in Gebäuden ein, installierst IT-Systeme und vieles mehr.

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Voraussetzungen

Um einen Ausbildungsplatz als Elektroniker/-in zu ergattern solltest du idealer Weise mindestens einen Realschulabschluss haben. Aber auch mit einem Hauptschulabschluss hast du noch eine gute Chance, jedes Jahr gehen ca. 15% der Ausbildungsplätze an Azubis mit Hauptschulabschluss. Außerdem solltest du ein gutes technisches Verständnis mitbringen und keine Angst davor haben dir auch mal die Finger schmutzig zu machen oder jeden Tag funktionale Arbeitskleidung zu tragen. Darüber hinaus solltest du weder Angst vor Höhen noch vor engen Räumen haben, da die Arbeiten oft an ungewöhnlichen Orten ausgeführt werden müssen. Es ist auch wichtig, dass du kommunikationsfähig bist, da du dich in diesem Beruf oft mit Kunden, Bauleitern oder anderen Handwerken absprechen musst.

Arbeitszeiten und Vergütung

Während der Ausbildung arbeitest du genauso viel wie andere Vollangestellte im Betrieb auch, also zwischen 37 und 40 Stunden pro Woche. Die genauen Arbeitszeiten sind dabei sehr unterschiedlich. In kleineren Betrieben arbeitet man meist von 7:00 Uhr bis 16:00 Uhr, wohingegen es sein kann das du in größeren Betrieben auch in der Nachtschicht oder am Wochenende arbeiten musst. Außerdem ist es üblich, dass Elektriker/-innen einen Wochenendnotdienst haben, also eine Art Bereitschaftsdienst am Wochenende.

Die Vergütung der Ausbildung liegt durchschnittlich im ersten Jahr bei 500 bis 600 Euro brutto pro Monat, im zweiten Jahr bei 550 bis 650 Euro brutto pro Monat, im dritten Jahr bei 600 bis 700 Euro pro Monat und im letzten Ausbildungsjahr bei 650 bis 750 Euro brutto. Als Ausgebildeter Elektriker/-in kannst du dann je nach Branche mit einem Einstiegsgehalt von 1900 bis 2990 Euro brutto pro Monat rechnen. Dabei verdienen Elektriker/innen im Kfz-Gewerbe am schlechtesten und in Metall- und Elektroindustrie am besten.

>> Tipp: Das solltest du beim Ausbildungsvertrag beachten

Ausbildungsinhalte

In der Ausbildung als Elektroniker/-in musst du dich schon früh auf ein Einsatzgebiet spezialisieren, es ist ein so genannter Monoberuf. Der „Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik“ ist der am meisten verbreitete Elektroniker-Beruf. Als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik richtest du während des Baus die Stromversorgung ein, wartest diese und bist für Reparaturen zuständig. Weit verbreitet ist außerdem die Ausbildung zum “Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme”, welcher hauptsächlich Versorgungssysteme und Sicherheitsanlagen wartet und repariert. Der “Elektroniker für Automatisierungstechnik” ist auf das Warten und Einstellen von Industrieanlagen spezialisiert. Außerdem gibt es noch die Ausbildung zum “Elektroniker Geräte und Systeme”, zum “Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik”, zum “Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik“, zum “IT-Systemelektroniker”, zum “Elektroniker für Betriebstechnik” und zum “Elektroniker für Informations- und Systemtechnik”. Die genauen Ausbildungsinhalte sind bei jeder dieser Ausbildungen unterschiedlich aber du wirst auf jeden Fall lernen, wie man Stromkreise und Schutzmaßnahmen legt, wie man wichtige Werte misst und analysiert und wie man verschiedene Anlagen oder Geräte montiert und installiert.

Ausbildungsaufbau

Die Ausbildung zum Elektroniker dauert in der Regel 3,5 Jahre. Das erste Ausbildungsjahr ist für alle verschiedenen Elektroniker-Berufe gleich. Du lernst betriebliche und technische Kommunikation, Planung und Organisation der Arbeit, Bewerten der Arbeitsergebnisse und das Prüfen von Schutzmaßnahmen. Ab dem zweiten Jahr findet dann die Spezialisierung statt. Was du im zweiten, dritten und vierten Ausbildungsjahr lernst hängt also davon ab, für welche genaue Ausbildungsrichtung du dich entschieden hast.

>> Tipp: Finde heraus was zu dir passt – Ausbildung oder Studium

Abschluss und Weiterbildung

Nach deiner Ausbildung als Elektroniker/-in kannst du in der Elektroinstallation (z.B. Gebäudeautomatisierung, Energiemanagement), im Ausbau (z.B. Installationen von Beleuchtungen), in der Immobilien und Gebäudewirtschaft (z.B. Hausmeisterdienste) sowie dem Maschinenbau arbeiten. Nach der Ausbildung kannst du eine sogenannte Anpassungsweiterbildung z.B. in Mechatronik, Elektronik oder Montage machen, um  dich auf diesen Bereich zu spezialisieren. Falls du an der Steuerung technischer Geräte interessiert bist kannst du alternativ eine Weiterbildung zur SPS-Fachkraft machen. Dabei lernst du wie man Steuerprogramme für Geräte, Maschinen und Anlagen  mit Hilfe von speicherprogrammierbare Steuerungen entwirf. Um auf der Karriereleiter nach oben zu kommen, kannst du über eine Weiterbildung zum „Technischen Betriebs-/Fachwirt“ nachdenken, nach dieser bist du sozusagen die Brücke zwischen Arbeitern und der Führungsebene. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer Weiterbildung zum „geprüften Prozessmanager“, während dieser lernst du Geschäftsprozesse zu steuern und zu verbessern. Du stehst damit direkt unter dem Management und bist außerdem für die Kundenzufriedenheit zuständig. Während der zweijährige Weiterbildung zum „Techniker/-in der Fachrichtung Elektrotechnik“ lernst du viel über die Bereiche Entwicklung, Berechnung und Konstruktion von Geräten, Maschinen und Systemen und bist danach auch für die Planung und Organisation zuständig. Außerdem kannst du natürlich auch einem Bachelorstudiengang in der Fachrichtung Elektrotechnik oder Mechatronik beginnen.

Vorteile und Nachteile

Ein Vorteil der Ausbildung zum Elektroniker ist, dass man sich auf verschiedene Bereiche spezialisieren kann. Außerdem gibt es täglich verschiedene Aufgaben, sodass die Arbeit nie eintönig und langweilig wird. Ein Nachteil der Ausbildung sind die Arbeitszeiten, die eventuell im Schichtdienst oder auch an verschiedenen Orten geleistet werden müssen. Außerdem muss man ein hohes Maß an Verantwortung für die Sicherheit anderer Personen tragen und wird verantwortlich gemacht falls mal was schief geht.

Fazit

Die Ausbildung zum Elektroniker ist sehr abwechslungsreich und falls du dich für Technik interessierst genau das Richtige für dich!