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Vorträge halten ohne Angst

Vorträge halten ohne Angst

Vom  Angstredner zum Vortragskünstler

Nicht jedem Schüler oder auch Studenten fällt es leicht, vor einer Gruppe einen Vortrag zu halten. Oft nützt auch intensive Vorbereitung und ein ausgearbeiteter Stichwortzettel nicht, wenn Redeangst wie aus dem Nichts entsteht und jede Hirnaktivität lahmlegt. Zudem wird es keinesfalls leichter für dich, wenn du die Gruppe, vor der du einen Vortrag hältst, bereits kennst – wie dies ja im Hörsaal bzw. in deinen Seminaren ja regelmäßig der Fall ist. Im Gegenteil. Du weißt vermutlich sehr genau, wie streng die Mitschüler in deiner Klasse bzw. Kommilitonen urteilen. So kann es richtig peinlich werden, wenn du dir als Vortragender Fehler erlaubst, einen roten Kopf bekommst oder gar ins Stottern gerätst.

 

Themen dieser Seite:

Sich vor den Vorträgen drücken

Als eine vermeintliche Lösung könntest du dich vor Vorträgen drücken und auf die Weise zum Angstredner werden. Wenn es sich so verhält, tust du gut daran, diese Blockade schnellstmöglich aufzulösen und zwar aus zweierlei Gründen:

1. Du hinderst dich daran, deine Kommunikationsfähigkeit auszubauen.

Diese Fähigkeit aber wird dir nicht nur in der Schule, sondern später auch im Beruf nützen. Sie fördert deine Karriere und die Umsetzung deiner Lebensziele.

2. Du nimmst dir aufgrund der Vermeidungsstrategie die großartige Chance, mit Vorträgen deine Leistungen in den einzelnen Fächern zu verbessern.

Darum lohnt es sich, wenn du dich von einem Angstredner in einen Vortragskünstler verwandelst.

Gehörst du überhaupt zur Gruppe der Angsredner?

Folgende nachstehende Anzeichen könnten dafür sprechen:

1. Die Angst vor den anderen!

Spürst du die Angst, anderen nicht gefallen zu können? Stellst du die Meinung deiner Mitschüler über deine Meinung?  Fragst du dich ständig, wie du bei anderen gut ankommen könntest und ob du gut genug für sie bist? Fühlst du dich von deinen Mitschülern nicht ausreichend akzeptiert? Interessiert es dich fortdauernd, wie sie dich beurteilen? Baust du darauf dein Selbstbewusstsein auf? Lebst du in der Angst, etwas vor den anderen falsch machen zu können oder dich bis auf die Knochen zu blamieren?

2. Konditioniertes Vermeidungsverhalten!

Wählst du den Rückzug, wenn du ein, zwei Vorträge verpatzt hast? Wächst dir die Angst vor anderen zu sprechen über den Kopf? Arbeitest du aus Angst vor dem Sprechen im Unterricht nicht mehr mit? Wirst du aus dem Grund von deinen Lehrern fälschlicherweise in der Mitarbeit mangelhaft bewertet?

Höchste Zeit zum Umdenken

Dann wird es höchste Zeit für ein kategorisches Umdenken. Beginne zu diesem Zweck mit einer einfachen Übung. Probiere für eine Minute, dann für zwei Minuten und später für drei Minuten das freie Sprechen vor dem Spiegel. Beobachte während des Sprechens deine Mimik, deine Körperhaltung und deine Stimme. Frage dich, ob du dich richtig siehst und stelle dir noch weitere Fragen:

Mimik????

Was passiert in deinem Gesicht während des Redens? Grimassierst du? Oder ist deine Mimik so starr wie eine Maske? Lächelst du zwischendurch? Hältst du den Blickkontakt zu deinem Spiegelbild? Überlegst du dir, wie du in deinem Vortrag mit dem Blick alle Zuhörer einbeziehst?  

Mimik!!!!

Bedenke, dass ein freundliches Lächeln dem Vortrag nicht schadet. Der wechselnde aber keinesfalls flüchtige Augenkontakt zu deiner Zuhörerschaft schafft überdies Vertrauen.

Körperhaltung????

Stehst du aufrecht? Zappelst du während des Vortrags? Oder bist du zu einem Roboter mutiert? Sind deine Bewegungen fließend und dennoch in sich gefestigt? Stehst du fest auf beiden Beinen? Senkst du den Kopf beim Reden? Wendest du dich gar von deinen Zuhörern ab?

Körperhaltung!!!!

Fließende Bewegungen, beredte Gesten und kleine Pausen in den Bewegungen unterstützen darüber hinaus die Qualität des Vortrages. Achte darauf, dass du die Hände mit dem Gesprächsfluss bewegst.

Stimme????

Sprichst du mit leiser Stimme, sodass sich deine Zuhörer anstrengen müssen, um dich zu verstehen? Stammelst du gar oder polterst du? Ist dein Sprechtempo unangemessen für den Vortrag, den du hältst? Veränderst du die Sprachmelodie innerhalb der Rede?
Passen Körperhaltung, Mimik und Stimme zusammen? Passen sie zu dir? Beantworte dir diese beiden Fragen wahrheitsgemäß und korrigiere dich notfalls vor dem Spiegel!

Stimme!!!!

Eine angenehme Stimme, die gut artikulieren und die wichtigsten Informationen des Vortrages ausdrucksstark vermitteln kann, rundet das Bild eines guten Vortragenden ab. Setze Akzente, indem du mal langsamer und mal etwas schneller sprichst.
Im Allgemeinen hat es sich gezeigt, dass der Großteil der Vortragenden zu schnell spricht. Darum verlangsame tendenziell dein Sprechtempo und halte Redepausen ein. Vergiss nicht, dass Redepausen nach einem Themenwechsel ein Muss sind.   
Bedenke auch: Ein wenig Lampenfieber ist für einen Vortragenden vor einer größeren Zuhörerschar normal. Du kannst es mit dem Lampenfieber aber auch übertreiben.

Überprüfe dich!

Kommt es beim Vortragen zu vegetativen Reaktionen wie:

  • Blutdruckanstieg, Herzrasen…
  • Schweißausbrüche, Händezittern…
  • Übelkeit, Schwindel, Kopfdruck…
  • Atemwegsenge, Muskelverspannungen…

Wenn ja, musst du nicht nur gegen deine Ängste, sondern zusätzlich gegen deinen eigenen Körper ankämpfen.

Wege aus der Vortragsangst

1. Autosuggestion

Gesichert ist, dass dir Sätze helfen, die keine Verneinungen enthalten und durchweg positiv sind. Mit ihnen kannst du die Vortragsangst überwinden. Zum Beispiel: „Ich werde einen guten Vortrag halten.“, „Ich habe mich sehr gut vorbereitet.“, „Alles wird gut!“

2. Richtige Atmung

Verhindere die Angst, indem du tief ein- und tief ausatmest. Es ist erwiesen, dass Flachatmer die Angst nicht meistern können. Außerdem trägt die flache Atmung dazu bei, dass die Stimme leise wird. Deine Zuhörer verstehen nicht, was du sagst und dein essentieller Vortrag hat dir nichts gebracht.

3. Angstgedanken zurückdrängen

Anstatt die Angstgedanken zuzulassen, finde Worte der Zuversicht und nehme den Erfolg als Vortragskünstler vorweg. Identifiziere dich mit dem positiven Gefühl. Es wird das Erfolgserlebnis vorwegnehmen.   

4. Bewegungen jeder Art helfen

Zusätzlich helfen dir Entspannungsübungen oder sportliche Aktivitäten, Ängste und Zweifel abzubauen. Bewegungen jeder Art verbessern außerdem die Hirndurchblutung.  

Angst vor Lehrern oder Mitschülern

Schwierig, aber keinesfalls unlösbar, wird deine Situation, wenn du neben der Vortragsangst die Angst vor den Mitschülern oder den Lehrern nicht in den Griff bekommst. Dann musst du besondere Anstrengungen unternehmen, um die Angstbarrieren zu beseitigen. Die gute Nachricht ist: Es wird dir gelingen, wenn du die nachfolgenden Tipps beherzigst. Sie sind nicht nur die Grundlage für ein gesundes Selbstbewusstsein. Darüber hinaus sind sie die Voraussetzung für einen erfolgreichen Vortragskünstler.

Folgende Tipps helfen dir, deine Angst zu überwinden

1. Wage etwas!

Hebe dich von der Klasse ab, indem du besonders auffällige Kleidung trägst oder interessante Redebeiträge im Unterricht lieferst. Wichtig ist, dass du die Kritik und die Blicke deiner Mitschüler aushältst.

2. Arbeite im Unterricht mit!

Ergreife öfter das Wort als zuvor und sei für deine Mitschüler wieder präsent. Erlaube dir Fehler! Kein Mensch ist fehlerlos! Halt nach Stichworten Stegreifreden und erweitere ständig deinen Wortschatz! Auf die Weise lernst du die Finessen der freien Rede nach und nach kennen und anwenden.

3. Nimm an außerunterrichtlichen Veranstaltungen teil.

Engagiere dich! Suche und pflege Freundschaften, die dich stärken und in der Kommunikation weiterbringen.

Aufbau und Vorbereitung des Vortrags

Dein selbstbewusstes Auftreten gibt dir die Präsenz für das Halten eines excellenten Vortrags, Nicht weniger wichtig aber ist die Vorbereitung und die Essenz des Vortrages.
Hierzu gehört der Aufbau deines Vortrages.

Beantworte dir:

  • Was? Inhalt
  • Wie? Struktur
  • Womit? Medieneinsatz

Bedenke auch, dass ein Vortrag aus drei Phasen besteht:

1. Einstieg

Mit dem Einstieg musst du das Interesse deiner Mitschüler gewinnen. Er ist außerordentlich wichtig und sollte darum gut geplant werden. Beginne mit einer angeblich unlösbaren Problemfrage oder einer Anekdote. Sorge dafür, dass dir deine Mitschüler an den Lippen hängen. Wenn sie in dieser Phase abschalten, gewinnst du sie auch nicht mehr durch einen spannend gestalteten Mittelteil zurück.

2. Mittelteil

Wichtig ist, dass die Gliederung deines Vortrages für deine Zuhörer nachvollziehbar ist. Stelle sie deinen Zuhörern vor! Wiederhole die wichtigsten Ergebnisse deines Vortrages ! Deine Mitschüler werden es dir danken, weil sie sich deine Informationen dadurch besser einprägen können. Unterstütze sie zusätzlich mit Visualisierungen! Eine gut strukturierte PowerPoint Präsentation kann sehr hilfreich sein, sofern auch hier ein roter Faden vorhanden ist.

3. Schluss

Der Schluss beinhaltet immer eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse deines Vortrags. Präsentiere sie eindrucksvoll, effizient und konsequent logisch! So bleibt das Vortragswissen deinen geneigten Zuhörern lange im Gedächtnis. Falls du im Mittelteil etwas geschwächelt hast, kannst du zudem zum Ende hin, sofern du starke Schlussworte vorbereitet hast, jene Schnitzer wettmachen.

Entwerfen eines wirkungsvollen Vortragsplans

  • Unterteile den Vortrag in Gliederungspunkte
  • Visualisere die Gliederung
  • Kläre Fremdwörter
  • Stelle dir je eine wichtige Frage zu den einzelnen Gliederungspunkten und beantworte sie dir

Als nächstes unterstreichst du auf deinem Stichwortzettel die verschiedenen Vortragselemente andersfarbig:

  • Definitionen
  • Bezüge zum Alltag, praktische Beispiele
  • Anwendungsgebiete
  • Gesetzmäßigkeiten und Modelle
  • Chronologie, historische Daten
  • Zitate
  • Autorennamen

Solltest du mal ins Stocken geraten, kommst du durch einen Blick auf deinen Stichwortzettel schnell wieder in den Vortrag hinein.

Kurzes Fazit

Du wirst feststellen, sofern du fleißig übst, dass der Angstredner der Vergangenheit angehört. Jetzt liegt es nur noch an dir, deine Mitschüler als exzellenten Vortragskünstler zu überraschen. Du hast generell Angst vor dem Abi? Vielleicht hilft dir diese Seite: Angst vor dem Abi?

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