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Eigene Wohnung oder doch WG? Eine Entscheidungshilfe

Für viele Schulabgänger und Neustudenten gehört das einfach dazu: Raus aus Hotel Mama und rein ins eigene Leben. Besonders wenn du dich für eine Uni in einer anderen Stadt entscheidest, ist es deshalb wichtig, sich frühzeitig um eine geeignete Bleibe zu kümmern. Aber was es soll es sein? Die eigene Wohnung oder lieber eine WG? Beides hat Vor- und Nachteile und ist eine coole Form, ins Studentenleben zu starten.

Wie soll dein Abend sein?

Raus aus dem Elternhaus und ab in die eigene Wohnung? Oder doch in eine WG? Wenn es um die Wahl der Wohnung geht, kommt es vor allem auf zwei Dinge an: Auf dich als Mensch und deine finanziellen Mittel. Denn während besonders in Uni-Städten viele WGs günstige Zimmer anbieten, sind Wohnungen oft teurer oder sehr klein. Im Studentischen Budget liegen dann eher kleine Ein-Zimmer-Appartements mit 20 m² oder ein Zimmer im Studentenwohnheim – Geschmackssache. Dennoch, bevor es an die trockenen Zahlen geht, mal‘ dir diese beiden Szenarien aus.

Deine eigene Wohnung

Du kommst nach einem langen Uni-Tag nach Hause, schließt die Wohnungstür auf und stellst erstmal die Tasche ab. Auf der kleinen Küchenzeile stehen noch deine Frühstücksutensilien – da war heute Morgen einfach keine Zeit mehr zu. Du hast Hunger, also muss der Kram weichen, um zum Kochen Platz zu schaffen. Auf deinen zwei Herd Platten kochst du dir deine Pasta, setzt dich an den Schreibtisch und isst. Eigentlich wäre es ja ganz schön, draußen noch was trinken zu gehen, aber irgendwie ist heute jeder so beschäftigt. Also: Ab ins Bett, Netflix gucken.

Am Wochenende wollen ein paar Leute zum Vortrinken vorbei kommen, aber irgendwie ist das alles zu eng bei dir: Drei Leute am Tisch, zwei auf dem Bett und schon ist die Bude voll. Macht nichts, ist auch kuschelig. Am nächsten Tag dann putzen und keiner stört dich mehr – auch ganz nett.    

Wohnen in einer WG

Du kommst nach einem langen Uni-Tag nach Hause, schließt die Wohnungstür auf und stellst erst einmal die Tasche ab. Dein Mitbewohner hat schon wieder die Pfanne vom Frühstück stehen gelassen, dafür hat eine andere Mitbewohnerin sich grade etwas gekocht und zu viel gemacht „Magst du was?“ und schon sitzt ihr gemeinsam am Tisch. Das Glas Wein dazu ist schnell getrunken, das zweite auch. Ihr sitzt und quatscht gemütlich und die Zeit vergeht total schnell, irgendwann sitzen alle zusammen und tauschen sich über die Woche aus. Auch die nächste WG Party ist in Planung: Singstar-Zimmer, zwei Dancefloors und cooles Fingerfood inklusive.

Im Zimmer dann hast du deine Ruhe. Schnell noch den Text für die Uni lesen, es sind sowieso alle zuhause und sitzen vor dem Laptop – auf Netflix also wenig Chancen. Am Sonntag dann ist Putztag, nachdem alle zusammen spät gefrühstückt haben. Die Bude ist schnell geputzt, jetzt geht’s auf die Couch, wo ein Film läuft und sich einer nach dem anderen dazu gesellt.

Das Für und Wider

Spätestens jetzt kannst du dir vorstellen, wie unterschiedlich beide Lebensformen sind. Beides ist schön und hat Vorteile, andere Dinge hingegen stören mit der Zeit. Wie du dich entscheidest, hängt davon ab, was dir wichtig ist. Hier die Vorteile beider Wohnsituationen:

 Die eigene Wohnung

 Die WG

Dein ganz eigenes Reich, du kannst tun und lassen was du willst Es ist immer jemand da
Nur du benutzt deine Sachen Gemütliches Schnacken abends? Kein Problem
Du alleine setzt deine Sauberkeitsansprüche um Neben deinem eigenen Zimmer hast du auch noch Küche und   eventuell Wohnzimmer
Du hast deine Ruhe, keiner stört dich, wenn du es nicht willst Bessere Lage durch geteilte Miete möglich
Dein Internet ist nur für dich da Du musst nicht rausgehen um Gesellschaft zu haben
Deine Freiheiten in der Wohnung sind nur von den Nachbarn eingeschränkt Probleme werden gemeinsam gelöst

 

Der hauptsächliche Unterschied liegt also darin, dass in der WG noch andere Leute sind, während du in deiner eigenen Wohnung dein eigenes Regiment führst. Das kann schön sein, hat jedoch auch manchmal Nachteile:

 

 Die eigene Wohnung

 Die WG

Dein Dreck – dein Putzdienst Es ist immer jemand da
Dein Platz ist sehr eingeschränkt – Bewegungsfreiheit ebenfalls Das Internet ist bei mehr Leuten oft sehr beansprucht
Die Party mit Freunden findet immer außerhalb statt Nicht jeder hat die gleichen Sauberkeitsvorstellungen
Du bist allein für deine Wohnung, deine Kosten und deine Probleme verantwortlich Vielleicht geht das ein oder andere liebgewonenne Stück durch gemeinsame Benutzung zu Bruch
  Neugestaltung der Küche? Diskussionssache

 

Und – Überraschung – auch hier liegen die Nachteile darin, dass du alleine bist, oder eben auch nicht. Jetzt kommt es also auf dich an. Wer bist du? Magst du Gesellschaft oder möchtest du lieber deine Ruhe haben? Besonders Leute, die oft alleine sind und eigentlich mehr machen würden, wenn sie in Gesellschaft sind, müssen das abwägen: Denn in einer WG ist immer jemand da, der gerne etwas unternimmt – das kann Ablenkung bedeuten oder auch einfach eine sehr coole Sache sein. Auch die Sauberkeitsfrage ist wichtig. Wenn du extrem pingelig bist, solltest du dir lieber deine eigene Bude suchen, lässt du auch mal fünfe gerade sein, ist eine WG gar kein Problem – diese Dinge sind etwas, über das sich reden lässt und die sich beim Kennenlern-Gespräch in der WG bereits ausloten lassen.

 

Wenn du immer noch nicht weißt, wie du dir eine WG vorzustellen hast: Schau dir mal das Zusammenleben von Lily, Marshall und Ted in How I Met Your Mother an oder gib dir ein paar Folgen New Girl – dabei lernst du auch gleich, was in einer WG geht und was man lieber lassen sollte.

Miete und Formalitäten

Aber mal zu den harten Fakten. Denn bei einer WG ist es meist so, dass die Wohnung bereits angemietet und voll ausgestattet ist. Heißt für dich: Keine Aussteuer mit Töpfen, Pfannen, Geschirr und Muttis heiliger Tupperware in ein neues Zuhause schleppen. Außerdem ist der Mietvertrag bereits vorhanden, du weißt, was die Wohnung insgesamt kostet und musst nicht am Ende des ersten Jahres angstvoll auf Strom- und Gasabrechnung warten. Außerdem sind oft schon alle Versicherungen und Verträge abgeschlossen, die für eine eigene Wohnung sonst oftmals benötigt werden. Eine WG ist damit also vielleicht eher das Rundum-Sorglos-Paket, als die eigene kleine Bude. Auf der anderen Seite lernst du das Konzept des „selbstständigen alleine Lebens“ wohl am besten, wenn du genau das tust und alleine in deiner Wohnung lebst. Hier kommt es also auf deine Ansprüche an.

Ein weiterer großer – und vielleicht sogar der bestimmende Faktor – ist die Miete. Hier lässt sich leider keine pauschale Aussage treffen, da jede Stadt anders ist und andere Preise auf dem Wohnungsmarkt angeschrieben werden. Möchtest du beispielsweise in München studieren, musst du großes Glück haben, ein WG-Zimmer unter 500 € zu finden. Eine eigene Wohnung startet jedoch erst ab ca. 700 €. In anderen Städten sind mittelgroße WG-Zimmer von 16 – 25 m² preislich in etwa mit einem 20 m²-Appartement zu vergleichen – hier ist es also deine freie Wahl. Soll es etwas größeres sein und du möchtest gleich eine richtige Wohnung mit 30 – 60 m² beziehen, wirst du mit etwa 450 – 550 € pro Monat rechnen müssen. Für viele hieße das: Ein zeitintensiver und gut bezahlter Nebenjob muss her.

 

Auf DICH kommt es an

Ergo: Für viele Studien-Beginner muss es zum Start ins Studentenleben erst mal ein WG-Zimmer oder eine kleine Studi-Bude sein. Aber das ist auch nicht schlimm, denn beides kann super schön sein und ist ein großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Dafür bist natürlich in erster Linie du verantwortlich: Wissen, wie du deine Küche sauber hältst und wie die Wäsche gewaschen wird, gehört dazu. Das möchte im Zweifelsfall auch eine WG von dir: Das richtige Verhalten und vor allem den aktiven Beitrag zum Haushalt.

Am Ende musst du also in beiden Fällen deinen Kram in Ordnung halten und dich um die Wohnung kümmern – bleibt nur die Frage, ob du dabei alleine oder lieber mit anderen jungen Leuten zusammen leben möchtest, die dir ihre Version von Leben zeigen und dabei auch manchmal spannende neue Blickwinkel bieten. Das ist alleine deine Entscheidung.

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